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Tsv Bayer Dormagen: Dormagen demontiert den Spitzenreiter

Tsv Bayer Dormagen : Dormagen demontiert den Spitzenreiter

Der TSV Bayer Dormagen hat das Titelrennen in der Dritten Liga West spannend gemacht: Mit der besten Saisonleistung und einem 35:28-Sieg schloss er nach Punkten zu Tabellenführer Leichlinger TV auf und liegt im direkten Vergleich vorn

Wie eindeutig die Kräfteverhältnisse in diesem Spitzenspiel der Dritten Liga West verteilt waren, ließ sich am besten an Frank Lorenzet ausmachen: Der Trainer des Leichlinger TV, der sich an der Seitenlinie gemeinhin wie ein Irrwisch gebärdet, hockte dreißig Minuten wie versteinert neben seiner Spielerbank.

Zu eindeutig beherrschte der TSV Bayer Dormagen das Aufeinandertreffen zwischen Tabellenzweitem und Spitzenreiter, den er mit der wohl besten Saisonleistung und einem selbst in dieser Höhe verdienten 35:28-Sieg (Halbzeit 18:12) nach den aus wirtschaftlichen Gründen geplatzten Aufstiegs- nun auch aus allen Titelträumen riss.

"Nach diesem Spiel brauchen wir vom Titel nicht mehr reden", räumte ein sichtlich angefressener LTV-Trainer nach dem Schlusspfiff ein. Die besten Karten aus dem nun punktgleichen Trio an der Tabellenspitze hat der VfL Edewecht, denn der empfängt die Dormagener am letzten Spieltag noch in heimischer Halle und hat bereits das Hinspiel mit 35:31 für sich entschieden.

Doch an die Partie am 11. Mai verschwendet Jörg Bohrmann noch keinen Gedanken, und das nicht nur, weil zuvor "die genauso schweren Aufgaben" am Sonntag in Uerdingen und am 4. Mai gegen Wilhelmshaven warten. "Wir freuen uns jetzt einfach über diese tolle Leistung", sagte der TSV-Trainer, der kein einziges Haar in der über sechzig Minuten auf hohem Niveau köchelnden Handballsuppe entdeckte: "Heute war keiner dabei, der nicht 100 Prozent gegeben hat", meinte Bohrmann mit Blick auf eher durchwachsene lHeimauftritte seiner Mannen gegen Rheinhausen und Bielefeld und fand es "phänomenal, zu was die Jungs imstande sind, wenn alles stimmt."

Und das tat es aus Dormagener Sicht vor 1203 ziemlich begeisterten Zuschauern von Anfang bis Ende, vom oftmals gescholtenen Dominik Formella zwischen den Torpfosten (12 Paraden) bis zum mit elf Treffern überragenden Simon Ernst, den auch Lorenzets Verzweiflungstaktik einer doppelten Manndeckung gegen ihn und den mit sieben Toren nicht minder gefährlichen Dennis Marquardt nicht stoppen konnte.

Gab es überhaupt etwas auszusetzen am vorletzten Heimauftritt der Dormagener, dann, dass sie mit ihren Tormöglichkeiten mitunter allzu großzügig umgingen und sich vor allem im zweiten Durchgang ein paar zu viele Zeitstrafen (darunter eine gegen Co-Trainer Jojo Kurth) einhandelten. Was freilich auch an einem gewissen Mitleidsbonus lag, den die Unparteiischen Hanspeter Brodbeck und Simon Reich den durchweg älteren Herrschaften auf Seiten der Gäste gewährten.

Ohne den hätte die Schmach für den Tabellenführer durchaus zweistellige Dimensionen annehmen können. Chancen dazu besaßen die Dormagener, die nicht ein Mal in Rückstand gerieten und die Partie mit einem energischen Zwischenspurt binnen vier Minuten von 11:10 auf 16:10 nach Bohrmanns erster Auszeit (21.) vorentschieden, allemal, führten sie doch nach 46 Minuten mit 28:19 und danach noch drei Mal mit neun Toren, zuletzt beim 35:26 durch einen Siebenmeter von Jo Gerrit Genz.

In die ausgelassene Freude über die eindrucksvolle Revanche für die voraufgegangenen Niederlagen im Hinspiel (33:38) und im Finale des Kreispokals (27:28) mischte sich bei den Hausherren jedoch ein bisschen Wehmut: "Nach einem solchen Spiel", befand Jobst Wierich, Leiter des "Projekts 3. Liga", "wird man fast ein bisschen traurig, dass wir nicht aufsteigen dürfen."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Handball: TSV Bayer Dormagen - Leichlingen

(NGZ/url)