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Tsv Bayer Dormagen: Die Zweite Bundesliga steht Kopf

Tsv Bayer Dormagen : Die Zweite Bundesliga steht Kopf

Knapp ein Sechstel der 38 Spiele sind absolviert in der Zweiten Handball-Bundesliga, doch nicht die favorisierten Erstliga-Absteiger aus Emsdetten und Eisenach führen ungeschlagen die Tabelle an sondern die Wölfe der DJK Rimpar.

So kann man sich täuschen: Vor dem ersten Auftritt des TSV Bayer Dormagen nach dem Wiederaufstieg in die Zweite Handball-Bundesliga war mit Blick auf die Gäste der DJK Rimpar von einem "Gegner auf Augenhöhe" die Rede. Entsprechend gefrustet war der Neuling nach der 25:32-Niederlage.

Jetzt, nach knapp einem Sechstel der 38 Spieltage umfassenden Saison, trennen die beiden Klubs 15Tabellenplätze. Und das nicht etwa, weil die Dormagener bislang enttäuscht hätten, im Gegenteil: Mit 4:8 Punkten ist der Aufsteiger durchaus im Soll. Doch die "Wölfe"aus dem 8000-Seelendorf in der Nähe von Würzburg sind "das" Überraschungsteam dieser Saison, führen gemeinsam mit Dormagens nächstem Gegner, dem SC DHfK Leipzig, als allein noch ungeschlagenes Duo die Zweitliga-Tabelle an.

Oder, wie die "Main-Post" nach dem neuesten Coup, dem 24:22-Sieg (nach 17:20-Rückstand) über Erstliga-Absteiger ThSV Eisenach titelte: "Rimpar rockt weiter die Zweite Liga". "Wir wissen selbst nicht so richtig, was hier gerade mit uns passiert", sagte der dreifache Torschütze Stefan Schmitt nach der Partie vor der stolzen Kulisse von 2868 Zuschauern. "Ich kann es mir nur so erklären",meint der Mannschaftskapitän, "wir spielen derzeit ohne Druck und das beflügelt uns."

Den Druck verspüren andere in der Zwanziger-Liga. Neben Eisenach, das ohne sein langzeit-verletztes, erstliga-erfahrenes Trio Benjamin Trautvetter, Tomas Sklenak und Dener Jaanimaa bereits die dritte Saisonniederlage hinnehmen musste, vor allem der andere Erstliga-Absteiger: Nach der 22:27-Schlappe beim EHV Aue, bei der "das Handballherz und die Disziplin gewonnen haben", wie Neu-Trainer Daniel Kubes zerknirscht feststellte, hat das Sieben-Nationen-Ensemble des TV Emsdetten gerade mal einen Zähler mehr auf seinem Konto als der TSV Bayer Dormagen.

Wobei eine Tabelle, in der den TV Bittelfeld auf Rang vier gerade mal sechs Punkte vom Schlusslicht GSV Eintracht Baunatal trennen, wenig Aussagekraft besitzt. Oder andersherum genau das dokumentiert, was viele Experten vor Saisonbeginn voraussagten: Dass es ganz eng zugehen wird im Unterhaus der vermeintlich stärksten Liga der Welt. Seiner vorab zugedachten Rolle als Aufstiegsanwärter ist bislang eigentlich nur der SC DHfK Leipzig gerecht geworden: "Wir sind dem Ruf einer Spitzenmannschaft, der uns vorauseilte, nicht gerecht geworden. Ich habe nur eine Spitzenmannschaft gesehen, das war Leipzig", sagte Torge Greve, der Trainer des VfL Bad Schwartau, nach der 27:33-Niederlage vor 1914 Zuschauern in der Arena Leipzig.

Und genau dieser SC stellt sich am Samstag (19 Uhr, TSV-Bayer-Sportcenter) in Dormagen vor. "Das ist ja ein richtig leichter Gegner", sagt TSV-Trainer Jörg Bohrmann voller Ironie, wobei ihm angesichts der eigenen Personalnöte - Jonathan Eisenkrätzer, Sebastian Damm und voraussichtlich auch Pascal Noll werden fehlen - das Lachen inzwischen eher vergangen ist. Zumal das Programm der kommenden Wochen - in Aue, gegen Mitaufsteiger Coburg, der sich am Freitag mit 22:18 bei TuSEM Essen durchsetzte, in Emsdetten und gegen Bad Schwartau - selbst in Bestbesetzung nur schwer lösbare Aufgaben präsentiert,bevor es danach in Essen (11. November) und Baunatal, gegen Saarlouis und in Rostock zu vermeintlichen "Duellen auf Augenhöhe" kommt.

Doch was heißt das schon in einer Liga, in der nach dem sechsten Spieltag keine Mannschaft mehr ohne Erfolgserlebnis ist, nachdem der TV Hüttenberg eine Woche nach der 17:22-Niederlage in Dormagen mit dem 32:23 über Baunatal den ersten Saisonsieg feierte, dem weitere folgen sollen: "Wir haben den Kopf oben behalten und das gibt Selbstvertrauen", stellte Abwehrchef Marius Liebald danach fest.

(NGZ)