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DHC Rheinland: Die Hypothek ist abgetragen

DHC Rheinland : Die Hypothek ist abgetragen

Acht Pluspunkte werden dem Dormagener HC Rheinland am Saisonende abgezogen – die hat der Handball-Zweitligist durch seine vier Auftaktsiege in Folge schneller wettgemacht als erwartet.

Vier Auftaktsiege in Folge – man muss schon ein gutes Gedächtnis haben, um sich zu erinnern, wann Dormagener Handballern zuletzt eine solche Serie gelungen war: In die Spielzeit 2007/2008, die am Ende den Aufstieg in die Bundesliga bescherte, startete der damalige TSV Bayer mit sechs doppelten Punktgewinnen, ehe am siebten und achten Spieltag ein Unentschieden gegen Coburg und eine Niederlage in Willstätt folgten.

Vier Auftaktsiege in Folge – damit hat der DHC Rheinland schneller als erwartet seine Hypothek von acht Pluspunkten abgearbeitet, die ihm am Saisonende wegen des Insolvenzverfahrens aus der vergangenen Spielzeit abgezogen werden.

Zufriedenheit, gar Euphorie macht sich dennoch keine breit am Höhenberg: "Es läuft schon gut, vielleicht besser als wir anfangs gedacht haben", sagt Trainer Richard Ratka, schiebt aber gleich nach: "Es werden noch Rückschläge kommen. Dafür sind wir noch nicht stabil genug-"

In der Tat: Die letzten beiden Erfolge, dass 22:19 bei der HSG Düsseldorf und das 24:21 gegen den HC Erlangen, waren nicht glanzvoll erspielt, sondern hart erarbeitet. Und es wird sich schnell herumsprechen in der Zweiten Liga, wie den Dormagenern beizukommen ist: Mit einer knüppelharten Deckung, bei der die gegnerischen Abwehrspieler dem Rückraum auf den Füßen stehen.

Björgvin Holmgeirsson, dem eher zart gebauten isländischen Mittelmann des DHC, behagte diese Vorgehensweise der Gäste aus Erlangen gar nicht – dem mit 18 Treffern in drei Partien erfolgreichsten Werfer gelang am Freitagabend nur ein Tor. Doch auch der wesentlich robustere Bartosz Konitz hat Probleme, wenn die gegnerische Defensive an ihm hängt.

Doch Ratka fehlen hier die Alternativen. Ondrej Zrhala sollte eine für alle drei Rückraumpositionen sein, doch der tschechische Nationalspieler, der in der Vorbereitung verletzungsbedingt zwei Wochen fehlte, kommt über Kurzeinsätze nicht hinaus. Dennis Szczesny, der für Halblinks in Frage käme, wird am Kreis gebraucht.

Nur gut, dass David Breuer endgültig in Dormagen angekommen zu sein scheint – gegen Erlangen machte der aus Korschenbroich zurückgekehrte Linkshänder sein bisher bestes Spiel. "Er ist halt ungeheuer clever", sagt Ratka über den mit seinen 29 Jahren bereits zweitältesten im Kader. Und mit Cleverness ist solchen Deckungssystemen wie dem der Erlanger noch am besten beizukommen.

Eine Prognose, wie lange die Dormagener Siegesserie hält, möchte dennoch keiner wagen beim DHC Rheinland. "Einfache Gegner gibt es in dieser Liga nicht", sagt Mannschaftskapitän Tobias Plaz auf die Feststellung, dass Erlangen, von der Papierform her der leichteste der bisherigen vier Kontrahenten, sich auf dem Feld als der schwierigste entpuppte. Emsdetten und Essen heißen die nächsten. Zwei Siege, und der Startrekord von 2007 wäre eingestellt.

(NGZ)