DHC Rheinland : DHC verkauft sich gut

Handball-Bundesligist Dormagener HC Rheinland hat das Jahr mit der erwarteten Niederlage beendet: 40 Minuten lang verkaufte sich der Tabellenletzte gestern Abend vor 10.250 Zuschauern in der wie immer ausverkauften Ostseehalle gut, dann zog der Deutsche Meister THW Kiel noch zu einem letztlich ungefährdeten und standesgemäßen 33:23-Sieg (Halbzeit 16:13) davon.

"Die erste Halbzeit war klasse. Wenn wir zwei, drei freie Chancen besser genutzt hätten, hätten wir mit einem Unentschieden in die Pause gehen können", meinte Kai Wandschneider angesichts einer couragierten Vorstellung seiner Schützlinge. Was den DHC-Trainer besonders freute: "Wir haben endlich mal Tore aus dem Rückraum gemacht — und das gegen Kiel."

Für die zeichneten vor allem die beiden Isländer auf den Halbpositionen verantwortlich: Arni Thor Sigtrgyggsson, der "mit Abstand sein bestes Spiel gemacht hat, seit er bei uns ist" (Wandschneider) vertrat auf Halbrechts den verletzten Kristian Nippes (Muskelfaserriss) und den grippekrank ins Spiel gegangenen Hannes Lindt. Der bislang in der Kritik stehende Linkshänder traf im ersten Durchgang vier Mal, genau so oft netzte sein Landsmann Sigurbergur Sveinnson von der anderen Seite ein.

Die Wende im Spiel kam mit dem Wechsel des Torhüters auf Seiten der Gastgeber. Obwohl Andreas Palicka in den ersten dreißig Minuten keineswegs schlecht gehalten hatte, beorderte THW-Trainer Alfred Gislason in der Pause Thierry Omeyer zwischen die Pfosten. Der Weltmeister und Olympiasieger hielt im zweiten Durchgang genau die Hälfte aller Dormagener Würfe: "Es war, als ob den Spielern der Atem gestockt hätte", schilderte Wandschneider die Verwandlung seiner Spieler. Und auch Teammanager Thomas Dröge befand: "Wir haben nachher zu viele freie Dinger verworfen und die Kieler so zu ihrem Konterspiel eingeladen."

  • Handball-Champions-League : THW Kiel gewinnt nach 17-stündiger Anreise in Brest
  • 29:30-Heimniederlage : THW Kiel verliert in der Champions League
  • Lokalsport : Ex-Dormagener fordert heute die "bad boys"

Das nutzte der THW, der nach dem Schlusspfiff seine "Leihgabe" Robert Arrhenius verabschiedete und vor dem Anpfiff die Vertragsverlängerung mit Aron Palmarsson bekannt gegeben hatte, um von 19:17 (39.) auf 27:17 (47.) davon zu ziehen. "Da sind wir wieder in ein Loch gefallen und haben in 15 Minuten nur zwei Tore erzielt", ärgerte sich Wandschneider. Als die Hausherren durch zwei Treffer von Tobias Reichmann auf 31:20 wegzogen, drohte dem DHC eine saftige Schlappe. Doch Wandschneider stellte die Abwehr auf eine 4:2-Deckung um, so dass die Dormagener noch einmal verkürzen konnten. "Wir gehen nicht völlig demoralisiert in die WM-Pause", fasste Dröge die 60 Minuten zusammen.

(NGZ)