DHC Rheinland : DHC trifft das Tor nicht

Die Abwehr stand gut am Mittwochabend, doch im Angriff des Dormagener HC Rheinland lief wenig zusammen, so dass unterm Strich eine 14:28-Niederlage des Bundesliga-Tabellenletzten bei Spitzenreiter HSV Hamburg stand.

Die Angriffsleistung des Dormagener HC Rheinland hat ein neues Rekordtief erreicht: So selten wie Mittwochabend im Gastspiel bei Bundesliga-Spitzenreiter HSV Hamburg haben die Dormagener noch nie getroffen seit ihrem Wiederaufstieg in die Handball-Bundesliga.

Dass die Niederlage am Ende mit 14:28 (Halbzeit 7:15) noch vergleichsweise glimpflich ausfiel für den insolventen Tabellenletzten, hatten die Gäste einem gut aufgelegten Torhüter Jens Vortmann und einer gut stehenden Abwehr zu verdanken. "Jens hat gut gehalten, und die Deckungsleistung war auch okay", fasste Kai Wandschneider die sechzig Minuten vor 8259 Zuschauern in der Hamburger o2-World zusammen.

Dass seine Schützlinge jedoch das Hamburger Torhütergespann Johannes Bitter und (ab der 31. Minute) Per Sandström nur insgesamt 14 Mal überwinden konnten, fand der Dormagener Trainer "höchst bedenklich". In der Tat: So schlecht trafen seine Schützlinge noch nie. Der bisherige Tiefststand waren 18 Tore bei der 18:29-Niederlage Anfang Oktober beim TV Großwallstadt. Auch gegen die Füchse Berlin (19:24) und den TBV Lemgo (19:26) waren die Dormagener unter der Zwanzig-Toremarke geblieben.

Die verfehlten sie Mittwochabend deutlich, weil bis auf die Berliner "Leihgabe" Fabian Böhm, mit fünf Treffern erfolgreichster Werfer auf Seiten des DHC, der gesamte Rückraum drucklos agierte. Einen rabenschwarzen Tag hatte der gerade von der niederländischen Nationalmannschaft zurückgekehrte Bartosz Konitz erwischt, der in den ersten zehn Minuten für gleich vier Ballverluste verantwortlich war.

Die Folge: Hamburg, das ohne die Brüder Bertrand und Guillaume Gille angetreten war, führte durch einen Siebenmeter von Michael Kraus (10.) schnell mit 5:0. Es dauerte bis zur 14. Minute (!), ehe die Gäste zum 1:5 erstmals trafen – dass es ausgerechnet Abwehrspezialist Maciej Dmytruszynski war, sagt viel über die Dormagener Angriffsleistung aus. Zu allem Überfluss verletzte sich Michiel Lochtenbergh im ersten Durchgang, der Linksaußen blieb fortan auf der Bank.

Hingegen feierte Max Holst nach fast dreimonatiger Krankheits- und Verletzungspause ein gelungenes Comeback auf der Mittelposition. "Er hat Struktur in unsere Angriffe gebracht", lobte Wandschneider. Nur Tore brachte der 180 Zentimeter-Mann gegen die Hamburger Deckungshünen auch nicht zustande.

(NGZ)