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DHC Rheinland: DHC steckt ganz tief in der Krise

DHC Rheinland : DHC steckt ganz tief in der Krise

Handball-Zweitligist Dormagener HC Rheinland ist mit der sechsten Heimniederlage der Saison in die Rückrunde gestartet: Weil sie nach einer 6:4-Führung zu oft an Torhüter Tomas Mrkva scheiterten, verloren die Dormagener die Linie und die Partie gegen den ASV Hamm mit 23:28

Es hätte die Woche des DHC Rheinland werden sollen: Am Mittwoch der Vertragsabschluss mit dem neuen Hauptsponsor Kyocera, zwei Tage später ein Sieg zum Rückrundenstart über Erstliga-Mitabsteiger ASV Hamm – und der Dormagener Handball wäre nach turbulenten Wochen und Monaten endlich in ruhigeres Fahrwasser gekommen.

Doch nach der gestrigen 23:28-Niederlage (8:12), der sechsten in dieser Saison vor heimischem Publikum, hängen düstere Wolken über dem Höhenberg. Diesmal nicht in wirtschaftlicher, dafür um so mehr in sportlicher Hinsicht. Denn berücksichtigt man den am Saisonende in Kraft tretenden Abzug von acht Pluspunkten bereits jetzt, zählt der DHC gemeinsam mit dem künftigen Spielgemeinschaftspartner HSG Düsseldorf zu den ersten Abstiegsanwärtern der eingleisigen Zweiten Liga.

Und so, wie sich die Dormagener gestern über weite Strecken einer insgesamt erschreckend niveaulosen Partie präsentierten, gehören sie auch völlig zu Recht in den Tabellenkeller. Da ist nichts mehr von dem Schwung, der Unbekümmertheit, der spielerischen Raffinesse und Leichtigkeit, mit der sie vor gerade einmal fünf Monaten zum Saisonauftakt den gestrigen Gegner in dessen Halle mit 31:24 entzaubert hatten.

Was der DHC stattdessen zeigt, wirkt bieder, statisch, ohne Tempo und Spielwitz. Eine knappe Viertelstunde lang sah das anders aus gestern Abend vor 1463 Zuschauern in der künftigen Kyocera-Arena: Da agierten die Hausherren durchaus gefällig, knackten die Hammer Abwehr immer wieder, in dem sie das Spiel in die Breite zogen und den Abschluss über Außen suchten. Drei – in dieser Spielzeit selten genug gesehene – Tore von Michiel Lochtenbergh bescherten denn auch völlig zu Recht eine 6:4-Führung (13.). Doch weil die Dormagener in der Folge allzu häufig am zwar starken, aber keineswegs überragenden Tomas Mrkva im Hammer Gehäuse scheiterten, gerieten sie nicht nur schnell in Rückstand (6:7, 18.), sondern verloren vollkommen die spielerische Linie. Und keiner, auch nicht der mit viel Vorschusslorbeeren aus Düsseldorf geholte Ex-Nationalspieler Michael Hegemann, ist dann in der Lage, die Abwärtsspirale aufzuhalten. "Wir haben uns gute Chancen erspielt, sie aber nicht genutzt", analysierte Trainer Richard Ratka die vorentscheidende Phase bis zum 8:12-Pausenrückstand, "und wenn die Mannschaft einmal in Rückstand gerät, fehlt die Tiefe, um das Spiel zu drehen."So drohte zwischenzeitlich vor den Augen des erstmals in dieser Saison zuschauenden Ex-Trainers Kai Wandschneider sogar eine zweistellige Niederlage, auch, weil beide DHC-Torhüter so gut wie keinen Ball zu fassen bekamen. Weil am Ende dann auch Mrkva (15 Paraden) nachließ, entschied der DHC wenigstens den direkten Vergleich aus Hin- und Rückspiel für sich – ein schwacher Trost, vor allem angesichts der immer prekärer werdenden Tabellensituation.

(NGZ)