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DHC Rheinland: DHC spielt auch noch Handball

DHC Rheinland : DHC spielt auch noch Handball

Der Dormagener HC Rheinland spielt auch noch Handball, dieser Hinweis sei erlaubt. Denn angesichts von Insolvenzverfahren, Spendensammlungen, Lizenzverweigerung und Beschwerde dagegen ist das Sportliche vollkommen in den Hintergrund getreten beim Tabellenletzten der Handball-Bundesliga.

Das merkt auch Kai Wandschneider. "Ich weiß nicht, ob ich noch alle Spieler wirklich erreiche, das war beim Spiel in Lemgo zu spüren, das wirkt sich aber auch beim täglichen Training aus", sagt der Trainer zwei Tage vor dem nächsten Heimspiel, das morgen um 20.15 Uhr den langjährigen Rivalen HBW Balingen-Weilstetten zu Gast im Sportcenter sieht.

Wen wundert's angesichts der unsicheren Lage. Selbst wenn das Präsidium der Handball-Bundesliga (HBL) am Dienstag pro Dormagen entscheiden sollte, können Verträge für die neue Saison erst nach Ablauf des Insolvenzplanverfahrens geschlossen werden – und das soll frühestens Mitte Juni sein. Einen neuen Arbeitgeber hat von den verbliebenen DHC-Spielern bislang nur Kentin Mahé gefunden, der zum VfL Gummersbach wechselt (die NGZ berichtete). Jens Vortmann soll beim Zweitligisten TV Bittenfeld im Gespräch sein, der Rest wartet offensichtlich die Entwicklung ab – oder findet auf dem angesichts der Reduzierung der Zweiten Liga und der Finanzprobleme vieler Klubs übersättigten Markt kein neues Engagement.

Ob da die Appelle, sie könnten sich in den restlichen Meisterschaftsspielen, davon zu Hause gegen Balingen, Ahlen-Hamm (13. Mai) und Magdeburg (27. Mai), mit guten Leistungen für potenzielle Arbeitgeber empfehlen, fruchtet, scheint fraglich. Wandschneider jedenfalls versucht, "so etwas wie Normalität herzustellen", sorgt sich aber, ob es ihm gelingt, "die Verunsicherung bis morgen aus den Köpfen 'raus zu kriegen."

Dabei weiß er zu genau, "dass du gegen Balingen nur eine Chance hast, wenn du dich hundertprozentig konzentrierst und deren Kampf und Aggressivität erwiderst." Seine Hoffnung: "Zu Hause haben die Jungs sich bisher nicht hängen lassen, was auch an unserm fantastischen Publikum liegt."

Für die Gäste, die im Hinspiel von der 17. bis zur 59. Minute in Rückstand lagen, davon zur Pause mit 13:17 und durch ein Tor von Benjamin Herth 43 Sekunden vor Schluss trotzdem mit 32:21 gewannen, steht morgen viel auf dem Spiel: Mit einem Sieg wären sie bei dann 19 Pluspunkten wohl aller Abstiegssorgen ledig. Eine Niederlage hingegen würde sie angesichts ihres schweren Restprogramms noch mal heftig ins Zittern bringen.

(NGZ)