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DHC Rheinland: DHC mit dem letzten Aufgebot

DHC Rheinland : DHC mit dem letzten Aufgebot

Ausgerechnet die zuletzt so starken Max Holst und Sigurbergur Sveinsson fehlen Handball-Bundesligist Dormagener HC Rheinland heute Abend im Gastspiel bei der TSG Friesenheim. Auch Torhüter Vitali Feshchanka ist noch nicht fit.

Kai Wandschneider nimmt die Sache mit (Galgen-)humor. Als er gestern die Namen seiner "Anfangsformation" für das heutige Gastspiel (20.15 Uhr, Friedrich-Ebert-Halle in Ludwigshafen) bei der TSG Friesenheim aufzählen wollte, fiel dem Trainer des Dormagener HC Rheinland spätestens nach dem dritten Spieler ein: "Eigentlich ist das ja auch unsere Endformation."

Denn der Handball-Bundesligist ist mal wieder personell arg gebeutelt, tritt die Reise zum bislang so erfolgreichen Aufsteiger (11. mit 7:13 Punkten) mit erheblich geschwächtem Kader an. Zu den Langzeitverletzten Tobias Plaz und Marko Krsmancic sowie Torhüter Vitali Feshchanka, dessen Muskelfaserriss im Oberschenkel einen Einsatz wohl erst im nächsten Heimspiel (13. November gegen TBV Lemgo) zulässt, gesellen sich in Gestalt von Sigurbergur Sveinsson und Max Holst ausgerechnet zwei Leistungsträger aus den vergangenen Partien.

Sveinsson kehrte von den beiden EM-Qualifikationsspielen des Olympiazweiten Island (28:26 gegen Lettland, 23:28 gegen Österreich), bei denen er nur gegen Lettland zu einem 15-minütigen Kurzeinsatz (2 Tore) kam, mit einem fiebrigen Infekt zurück. Montagabend trainierte der erfolgreichste Torschütze des DHC (34 Treffer in acht Spielen) noch mit, gestern meldete er sich krank. Holst, mittlerweile auf der Regieposition in der Rückraummitte unverzichtbar, zog sich bereits am Freitag im Training ohne gegnerische Einwirkung eine noch nicht genau diagnostizierte Knieverletzung zu.

Damit stellt sich die "Anfangsformation" für heute Abend quasi von selbst auf: Im Tor Jens Vortmann, Rechtsaußen Daniel Wernig, halbrechts Kristian Nippes, in der Mitte der glücklicherweise unbeschadet von seinen ersten beiden A-Länderspielen aus Frankreich zurückgekehrte Kentin Mahé, halblinks Jan-Olaf Immel, Linksaußen Michiel Lochtenbergh, am Kreis Sebastian Linder. Wechselmöglichkeiten: Maciej Dmytruczynski in der Abwehr für Mahé, Arni Thor Sigtryggson für Nippes, Michael Wittig für Linder – das war's.

"Favorit wären wir eh nicht gewesen, zumal Friesenheim nur so vor Selbstvertrauen strotzt", sagt Wandschneider. Unter den aktuellen Umständen "müssen wir aufpassen, dass wir nicht untergehen." Das wird vor allem davon abhängen, wie lange bei der "Anfangsformation" die Luft reicht. Zu allem Übel steht nur 72 Stunden später die nächste Partie (Samstag, 19 Uhr) beim TuS N-Lübbecke auf dem Plan. Man darf gespannt sein, wie lange Wandschneiders Humor noch hält.

(NGZ)