DHC Rheinland: DHC mit Arbeitssieg aus dem Tief

DHC Rheinland : DHC mit Arbeitssieg aus dem Tief

Handball-Zweitligist DHC Rheinland hat das Siegen doch nicht verlernt: Nach vier Niederlagen in Folge setzten sich die Dormagener am Sonntagabend mit viel Kampf und ebenso viel Mühe 26:23 gegen HG Saarlouis durch und gehen gestärkt in den Lokalkampf am Samstag beim TV Korschenbroich

So viel Anmut und Grazie hatte Andrej Petro keiner zugetraut. Wie beim schönsten Männerballett im kölschen Karneval wuchtete der 125-Kilokoloss im Dress des DHC Rheinland seine Beine in die Höhe. Kein Wunder, denn der am 25. Oktober verpflichtete Kreisläufer hatte bislang nur Niederlagen kennengelernt.

Gestern Abend war das anders: Da feierten Petro, seine Mitspieler und 1363 Zuschauer am zweiten Advent die Wiederauferstehung der Dormagener Handballer, die angesichts von vier Niederlagen in Folge auf dem Weg ins tiefe Tal der Tränen und in die Abstiegszone der Zweiten Bundesliga waren. So groß war die Freude, dass sie das 26:23 (Halbzeit 11:10) über die HG Saarlouis, einen klassischen Arbeitssieg, wie einen Titeltriumph zelebrierten.

Drei Spielern war die Erleichterung besonders anzumerken: Petro, der zwar nur zehn Minuten spielte, aber nach 52 Minuten den enorm wichtigen Treffer zum 21:18 erzielte, in einer Phase, als die zuvor bereits mit fünf Toren in Rückstand liegenden Gäste noch einmal Oberwasser bekamen. Jendrik Meyer, denn der knüpfte mit 16 Paraden, darunter etlichen "unmöglichen", an seine starken Vorstellungen aus den ersten Saisonspielen an. "Für ihn freut es mich besonders, denn Jendrik war schon ziemlich verunsichert", meinte DHC-Trainer Richard Ratka.

Dieses Prädikat dürfte für den Dritten im Bunde noch stärker zutreffen: Ondrej Zrdrahala, der tschechische Nationalspieler auf der Regieposition, krönte seine bislang längste Einsatzzeit (41 Minuten) mit seiner bislang besten Saisonleistung. So recht zum Feiern war dem 28-Jährigen trotzdem nicht zu Mute. Zu tief steckt der Frust über das seiner Meinung nach geringe Vertrauen, das er beim Trainer genießt, in dem trickreichen, aber oft zu eigensinnigen Mittelmann: "Wenn ich nur draußen sitze — wie kann ich dann zeigen, was ich kann?" stellt er eine rhetorische Frage, auf die sein Trainer gleich eine Antwort hat: "Wenn er den Ball schnell weiterpasst statt immer zu prellen, dann spielt er auch. Er hat auch heute wieder ein paar überflüssige Fehler gemacht."

Freilich: Ohne Zrdrahala hätte der DHC wohl nur schwer den Schalter zum Sieg umgelegt. Denn Björgvin Holmgeirsson kam gegen die bewegliche Abwehr der Gäste überhaupt nicht zurecht, die mit 7:6 führten, als der Isländer seinen Platz für den Tschechen räumte. Für Ratka war jedoch spielentscheidend, "dass heute alle das Spiel um jeden Preis gewinnen wollten."

Ähnlich sah es Tobias Plaz: "Wir haben nur eine Chance, wenn alle 60 Minuten lang kämpfen. Das war heute der Fall." Doch der Kapitän weiß auch: "Wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen, so richtig gut war das noch nicht." Ratka wollte dem nicht widersprechen: "Das war ein typisches Zweitligaspiel aus dem Mittelfeld der Tabelle. Da gehören wir auch hin." Nicht nur deshalb verspricht der Lokalkampf am Samstag beim TV Korschenbroich ein Duell auf Augenhöhe.

(NGZ)
Mehr von RP ONLINE