DHC Rheinland: DHC ist völlig von der Rolle

DHC Rheinland : DHC ist völlig von der Rolle

Der DHC Rheinland ist auf bestem Wege, vom Auf- zum Abstiegskandidaten der Zweiten Handball-Bundesliga zu werden. Denn in der Verfassung, in der sich die Dormagener gestern bei der 21:30-Niederlage gegen den VfL Potsdam präsentierten, dürfte es schwer sein, noch ein Spiel zu gewinnen

Sechzig Sekunden vor dem Schlusspfiff standen die sechs Auswechselspieler des VfL Potsdam auf ihrer Bank, fassten sich an den Schultern und sangen aus voller Kehle: "Wir schenken dir den Auswärtssieg, weil es dir Freude macht." Besser als gestern Abend hätte der 53. Geburtstag ihres Trainers Rüdiger Bones nämlich kaum verlaufen können, denn seine Schützlinge feierten mit dem 30:21 (Halbzeit 12:11) beim DHC Rheinland den zweiten Auswärtssieg dieser Saison.

Und das völlig zu Recht. Denn die Hausherren präsentierten sich vor nur 1382 Zuschauern von allen guten Handball-Geistern verlassen und sind nach der dritten Niederlage in Folge auf bestem Wege, vom Auf- zum Abstiegskandidaten der eingleisigen Zweiten Liga zu werden. Denn mit einer solchen Leistung, wie sie die Dormagener gestern Abend in allen Mannschaftsteilen boten, dürfte es schwer werden, überhaupt noch ein Spiel zu gewinnen. Es war nicht nur die schwächste Leistung dieser Saison - man muss lange zurückdenken, wann sich eine Dormagener Handballmannschaft vor heimischem Publikum zuletzt so uninspiriert, so ohne Spielwitz und am Ende auch ohne kämpferische Tugenden präsentiert hat.

Was der komplette Rückraum über weite Strecken bot, glich einem handballerischen Offenbarungseid. Unverständlich, warum Trainer Richard Ratka bis zur 50. Spielminute wartete, ehe er den haufenweise Fehler produzierenden Bartosz Konitz vom Feld nahm. Doch auch ein erneut blasser David Breuer, ein gegen die großgewachsene VfL-Deckung überforderter Björgvin Holmgeirsson und auch der nach 36 Minuten für den Isländer eingewechselte Ondrej Zrdrahala machten ihre Sache kaum besser.

Weil auch die anderen bis auf den viel zu selten angespielten Andrej Petro am Kreis viel zu oft am keineswegs überragenden Gabor Pulay im Potsdamer Gehäuse scheiterten, hatten die Gäste leichtes Spiel, ihre erste Führung (11:10, 26.) nicht nur nicht mehr herzugeben, sondern kontinuierlich auszubauen. Es dauerte sage und schreibe sieben Minuten, bis den Hausherren nach der Pause der erste Treffer (12:15) gelang. Als sich dann auch noch der zwischenzeitlich gut aufgelegte Jendrik Meyer dem unterirdischen Niveau seiner Vorderleute anpasste, nahm das Debakel unaufhaltsam seinen Lauf. Über 23:15 (50.) zogen die Potsdamer gegen kaum noch Widerstand leistende Rheinländer bis auf 30:21 davon. Und während die Gäste ein ums andere Mal ein Geburtstagsständchen für ihren Trainer anstimmten, musste sich der DHC ein gellendes Pfeifkonzert gefallen lassen - zu Recht.

(NGZ)
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