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DHC Rheinland: DHC gewinnt die Abwehrschlacht

DHC Rheinland : DHC gewinnt die Abwehrschlacht

Handball-Zweitligist Dormagener HC Rheinland bleibt bei seiner Aufholjagd auf Erfolgskurs: Dank eines überragenden Jendrik Meyer zwischen den Torpfosten und einer starken Abwehrleistung setzte sich der Bundesliga-Absteiger im rheinischen Duell bei der HSG Düsseldorf verdient 22:19 durch

Am Ende wussten alle auf Seiten des DHC Rheinland, wem sie den dritten Sieg im dritten Spiel der eingleisigen Zweiten Liga zu verdanken hatten. Mannschaftskapitän Tobias Plaz war der erste, der mit dem Schlusspfiff auf Jendrik Meyer losstürmte, kurze Zeit später war der neue Mann zwischen den Dormagener Torpfosten von einer Traube aus Spielern und Fans umringt.

Kein Wunder, hielt der 29-Jährige doch mit insgesamt 18 Paraden, davon allein fünf in den letzten viereinhalb Minuten, den Dormagener 22:19-Sieg (Halbzeit 13:10) in einem unglaublich intensiv geführten rheinischen Duell bei der HSG Düsseldorf fest. "Ein verdienter Sieg", wie auch Frank Flatten, Präsident und Manager der Handballer aus der Landeshauptstadt, eingestand.

"Ein Sieg, der eigentlich noch etwas höher hätte ausfallen müssen", fasste DHC-Trainer Richard Ratka die sechzig Minuten zusammen, die für Handball-Ästheten wenig, für Freunde gepflegter Defensivarbeit jedoch eine Menge zu bieten hatten. 6:0 führten seine Schützlinge nach 7:23 Minuten, hatten die HSG bis dahin regelrecht schwindlig gespielt und beinahe nach Belieben getroffen.

Da nahm sein Düsseldorfer Kollege Ronny Rogawska eine Auszeit — und fortan wurde aus einem ansehnlichen Handballspiel eine Abwehrschlacht auf beiden Seiten. Begünstigt auch dadurch, dass die Unparteiischen Christopher Biaesch und Frank Sattler das rustikale Vorgehen der jeweiligen Innenblöcke weitgehend tolerierten.

Die Folge: Die bis dahin gut geölte Angriffsmaschinerie der Gäste geriet ins Stottern, immer öfter erlaubten sich die Dormagener nun technische Fehler oder scheiterten am zwischenzeitlich glänzend aufgelegten Mathias Lenz im Düsseldorfer Gehäuse.

Die HSG holte Tor um Tor auf, war beim 7:9 (24.) wieder im Spiel und fünf Minuten später (10:11) sogar in Schlagdistanz, nachdem sich der DHC zwei Mal eine jeweils sechsminütige Auszeit in Sachen Torewerfen genommen hatte.

Vor allem bei Bartosz Konitz lief da wenig zusammen. "Doch immer, wenn wir hätten ausgleichen können, haben wir selber Fehler gemacht", meinte Rogaswka auch mit Blick auf Durchgang zwei, der einen ähnlichen Verlauf nahm: Erst ziehen die Gäste auf 15:10 (34.) und 18:14 (43.) weg, dann ist Düsseldorf beim 17:18 (52.) und 18:19 (53.) dem Gleichstand wieder nahe.

"Doch in der Schlussphase hatten wir mehr zuzusetzen und haben deshalb weniger Fehler gemacht", sah Ratka die größere Physis seiner Truppe als spielentscheidend an. Für ihn kein Zufall: "Wir haben öfter durchgewechselt und deshalb nach hinten 'raus mehr Luft," gibt er Einblick in seine taktischen Überlegungen, die bereits in Hamm und gegen Bittenfeld zum Erfolg führten.

Den Rest besorgte der Mann zwischen den Pfosten. "Das war ein echtes Derby, mit allem, was dazu gehört", sagte Jendrik Meyer. Was zeigt, dass der Norddeutsche inzwischen nicht nur sportlich im Rheinland angekommen ist.

(NGZ)