DHC Rheinland : DHC geht die Luft aus

Im dritten Spiel innerhalb einer Woche fehlten Handball-Bundesligist DHC Rheinland gestern Abend Feuer und Einsatzwille, so dass am Ende eine verdiente 26:34-Niederlage beim VfL Gummersbach stand.

Vielleicht war ja der Bericht des Kölner Stadtanzeigers den Dormagener Handballern in die Glieder gefahren: Der hatte nämlich in seiner gestrigen Ausgabe unter Berufung auf "das Umfeld des VfL Gummersbach" vermeldet, dass Kentin Mahé in der kommenden Spielzeit das Trikot des DHC Rheinland mit dem der Oberbergischen vertauschen wird.

Empfehlen konnte sich der 19 Jahre alte französische Jungnationalspieler gestern Abend ebenso wenig wie irgendein anderer der Dormagener, die sich für einen anderen Verein ins Gespräch bringen wollen. Vielleicht mit einer Ausnahme: Torhüter Jens Vortmann verhinderte mit seinen elf Paraden, dass die Gäste vor 1836 Zuschauern noch schlimmer unter die Räder kamen, als es das Endergebnis von 26:34 (Halbzeit 9:18) aussagt.

Vor allem im ersten Durchgang präsentierten sich die Spieler des Tabellenletzten nur drei Tage nach ihrer starken Vorstellung gegen die Rhein-Neckar Löwen erschreckend schwach. "Da passte bei uns gar nichts zusammen", meinte Teammanager Thomas Dröge und traf damit den Nagel auf den Kopf. Denn bereits nach 19 Minuten war angesichts einer 11:4-Führung der bis dahin keineswegs überragenden Gummersbacher die Partie schon entschieden. DHC-Trainer Kai Wandschneider nahm eine frühe Auszeit und stellte seinen Rückraum auf mehreren Positionen um, doch Besserung trat bis zur Pause nicht ein.

Im zweiten Durchgang zeigten die Dormagener wenigstens die von ihnen gewohnte Kampfmoral, profitierten bei ihrer Aufholjagd aber auch davon, dass VfL-Trainer Sehad Hasanefendic teilweise seine Zweitbesetzung spielen ließ und vor allem den bis dahin überragenden Torhüter Goran Stojanovic auf die Bank beorderte. Dessen Vertreter Vjenceslav Somic bekam überhaupt keinen Ball zu fassen und durfte nach 40 Minuten wieder Platz nehmen. Bis dahin hatten die Dormagener den Rückstand auf 16:22 verkürzt und es hätte durchaus noch enger werden können, wäre Michiel Lochtenbergh nicht mit seinem Gegenstoß am gerade eingewechselten Stojanovic gescheitert. Mit dem am Saisonende zu den Rhein-Neckar Löwen wechselnden Torhüter als sicherem Rückhalt spielten die Gummersbacher die Partie zu Ende, ohne sich groß zu verausgaben oder gar zu glänzen. Mit einer Ausnahme: Der Ex-Dormagener Adrian Pfahl schenkte seinen früheren Mannschaftskollegen ein sattes Dutzend Treffer ein. Ganz am Ende gelangen dann auch Kentin Mahé noch zwei Tore, doch insgesamt blieb seine Leistung genauso dürftig wie die gesamte des DHC Rheinland.

(NGZ)