1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen
  4. TSV Bayer Dormagen

DHC Rheinland: DHC darf sich nur wenig Fehler leisten

DHC Rheinland : DHC darf sich nur wenig Fehler leisten

Wie wichtig jemand ist, merkt man oft erst, wenn er fehlt. So geht es derzeit den Handballer des DHC Rheinland in bezug auf Bastien Arnaud. Den Ausfall des französischen Kreisläufers, der in der vergangenen Woche am Kreuzband operiert wurde und dem zweitligisten mindestens ein halbes Jahr fehlen wird, sah Richard Ratka im Nachhinein als mit-entscheidend für das 20:23 gegen TuSEM Essen, die erste Saisonniederlage des Bundesliga-Absteigers, an.

"Aus den Rädchen, die unser Gesamtkonzept bilden, ist ein wichtiger Zahn 'rausgefallen", bemüht der Dormagener Trainer einen Vergleich aus der Mechanik. Ob seine Schützlinge das im zweiten Spiel ohne Arnaud, das morgen (16.30 Uhr, Scandlines-Arena) beim HC Empor Rostock angepfiffen wird, besser kompensieren als vor Wochenfrist, darauf ist der Handball-Lehrer selbst gespannt: "Vor allem die jungen Spieler müssen erst noch lernen, mit einer solchen Situation umzugehen."

Diese Erfahrung sei freilich Teil des "interessanten Experiments", als das Ratka den Neuaufbau beim DHC ansieht. Und weil der nicht in den direkten Wiederaufstieg, sondern "nur" in eine "sorgenfreie Saison" münden soll, will er die Suche nach einem Arnaud-Ersatz auch nichts übers Knie brechen: "Klar sondieren wir den Markt. Aber wir tun das nicht in solcher Eile, wie wir das vielleicht tun würden, wenn wir unbedingt aufsteigen wollten", sagt Ratka. Das Zeug, die Klasse zu halten, habe seine Mannschaft auch ohne den Franzosen am Kreis.

Dennoch möchte er verhindern, dass der ersten morgen gleich die zweite Niederlage folgt: "Dann gerät man leicht in eine Abwärtsspirale", sagt Ratka auch mit Blick auf den Spielplan, der danach die schwierigen Aufgaben gegen den noch ungeschlagenen TV Neuhausen, in Schwerin, gegen Nordhorn und in Eisenach bereit hält. Doch "leichte Spiele gibt es in dieser Liga nicht", steht für Mannschaftskapitän Tobias Plaz nach dem ersten Saisonsechstel fest.

Das morgige ganz bestimmt nicht. Als "einen gefährlichen, weil unangenehmen Gegner", schätzt Ratka die von Holger Schneider trainierten Rostocker ein. Der hatte zuletzt vor vier Jahren mit Dormagen zu tun, als er mit dem Stralsunder HV in der Aufstiegsrelegation scheiterte. Damals waren schon Michal Bruna und Rico Göde dabei, die jetzt beim HCE die Achse Mittelmann-Kreis bilden.

Respekt hat Ratka vor der variablen Deckung der Rostocker, "die ihnen immer wieder einfache Tore über die schnellen Außen ermöglicht." Das hat dem HCE bisher die Heimbilanz von zwei Siegen (30:29 über Bietigheim, 34:33 gegen Schwartau) und einem Unentschieden (31:31 gegen Friesenheim) beschert. Ratkas Gegenmittel steht auch schon fest: "Wir dürfen in der Vorwärtsbewegung nur wenig Fehler machen."

(NGZ)