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Handball: DHC behält im Krimi die Nerven

Handball : DHC behält im Krimi die Nerven

Der DHC Rheinland bleibt weiter hartnäckigster Verfolger von GWD Minden an der Spitze der 2. Handball-Bundesliga. In einem wahren Krimi fügten die Dormagener gestern Abend dem Tabellendritten TV Neuhausen mit 25:22 die erste Saisonniederlage bei. Überragend: Torhüter Jendrik Meyer

Spätestens, als er acht Minuten vor dem Abpfiff mit einem langen Abwurf den zu weit vor seinem Gehäuse stehenden Thomas Bauer überwand und den DHC zum ersten Mal am gestrigen Abend mit vier Treffern in Front brachte, hatte sich Jendrik Meyer seinen Platz in der Ruhmeshalle des Dormagener Handballs gesichert.

Am Ende war der 29-Jährige, vor Saisonbeginn vom Erstligisten Hannover-Burgdorf zum DHC gewechselte Schlussmann der Held in einem wahren Handball-Krimi, der vor 1689 Zuschauern im DHC Rheinland einen glücklichen, aber auch verdienten Sieger sah. Mit dem 25:22 (Halbzeit 11:12) brachten die Dormagener dem Tabellendritten TV Neuhausen die erste Saisonniederlage bei und haben sich erst einmal, die acht Pluspunkte Abzug am Saisonende nicht berücksichtigt, als hartnäckigster Verfolger des erklärten Aufstiegsfavoriten GWD Minden etabliert.

Dabei schien Thomas Bauer, der österreichische Nationaltorhüter, dessen Deutschland-Karriere vor zwei Jahren beim TV Korschenbroich begonnen hatte, zunächst alle Karten zum Matchwinner in der Hand zu haben. Nach 16 Minuten für Magnus Becker eingewechselt, brachte er mit sechs Paraden bis zur Pause die Dormagener Angreifer schier zur Verzweiflung. In zwölf Minuten gelang den Hausherren nur ein Treffer, so wurde aus dem ersten Zwei-Tore-Vorsprung (10:8, 18.) ein 11:12-Halbzeitrückstand. Meyer stand bis dahin klar im Schatten des Österreichers: "Ich bin nur schwer in die Partie gekommen, habe mich beim Aufwärmen auch gar nicht gut gefühlt", berichtete der 29-Jährige nach dem Schlusspfiff. Da stand er 19 gehaltenen Bällen, darunter drei Siebenmetern, auf dem Statistikbogen, genau vier mehr als Bauer (12) und Becker zusammen. Richard Ratka jedoch wollte seinen Torhüter nicht herausheben: "Das war ein Sieg des Kollektivs, und ein besonders wichtiger dazu," freute sich der Dormagener Trainer, "denn wir haben gezeigt, dass wir auch ein Spiel gewinnen können, wenn wir spielerisch mal nicht so gut sind."

Das lag an den unorthodox verteidigenden Gästen, das lag an vielen unverständlichen Pfiffen der Unparteiischen, das lag aber auch daran, dass dem DHC gestern ein überragender Werfer fehlte. "Wir haben zu viele gut herausgespielte Chancen nicht genutzt", monierte Ratka. Deshalb wurde es in der Schlussphase ganz eng: Schien die Partie beim 24:19 (56.) entschieden, kämpften sich die Gäste wieder auf 22:24 (58.) heran, weil dem DHC im Angriff zu viele Fehler unterliefen. Doch mit einem gehaltenen Siebenmeter von Stevic 80 Sekunden und einer Parade gegen Emrich 20 Sekunden vor Schluss hielt Teufelskerl Meyer den Sig fest, den auch Gästetrainer Markus Gaugisch in die Kategorie "verdient" einstufte.

(NGZ)