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DHC Rheinland: Der nächste Kraftakt für den DHC

DHC Rheinland : Der nächste Kraftakt für den DHC

Erst heute Morgen machen sich die Handballer des DHC Rheinland zum Spiel beim Europapokal-Teilnehmer Frisch Auf Göppingen auf den Weg. Die Partie wird am Abend um 20.15 Uhr in der EWS Arena angepfiffen. Ebenfalls heute entscheidet das Bundesliga-Präsidium über die Zukunft des Klubs.

Gut möglich, dass das Präsidium der Handball-Bundesliga in seiner für heute anberaumten Sitzung die Beschwerde des DHC Rheinland wegen der Nicht-Erteilung der Lizenz für die kommende Saison ablehnt. Dieses bedrohlich über ihren Köpfen hängende Damoklesschwert lässt die famosen Akteure des Dormagener Handball-Clubs jedoch selbst vor dem knüppelharten Gang zum eigentlich übermächtigen Tabellenfünften Frisch Auf Göppingen keineswegs verzagen. "Denn hier herrscht doch der permanente Ausnahmezustand", erklärt Trainer Kai Wandschneider.

Erst am Gründonnerstag hatte die Mannschaft mit dem 29:26-Heimsieg über Balingen für ein beeindruckendes Lebens- und Ausrufezeichen gesorgt. Vorstellungen, die auch den Coach immer wieder in Erstaunen versetzen: "Das ist sensationell – jeder Punkt, den wir holen, ist ein Wunder!" Einen ähnlichen Husarenstreich hält er heute Abend allerdings für gänzlich ausgeschlossen. Dass der Klub aus Kostengründen auf eine Übernachtung vor Ort verzichtet hat und das Team stattdessen erst heute Morgen um 10 Uhr auf die rund 440 Kilometer lange Fahrt ins Schwäbische schickt, hat für ihn mit professionellem Bundesliga-Handball nur noch recht wenig zu tun. "Das geht gar nicht. Da kannst du jeden Leichtathletik-Trainer fragen: Sitzt du länger als drei Stunden im Bus und sollst dann spielen, kannst du einfach keine Top-Leistung mehr bringen."

Ohnehin gab es für die Dormagener gegen Göppingen in der Vergangenheit nichts zu holen. "Wir waren immer chancenlos", weiß Wandschneider und erinnert an die deprimierende 21:27-Pleite im Hinspiel, bei der dem DHC bis zur Pause gegen den starken Torwart Enid Tahirovic und die "große, sehr bewegliche Abwehr" (Wandschneider) nur kümmerliche sechs Tore gelungen waren. Zu allem Überfluss leistete sich das Team um die deutschen Nationalspieler Lars Kaufmann, Christian Schöne, Manuel Späth und Michael Haaß zuletzt – vor allem bedingt durch die Belastungen im Europapokal – eine bittere 29:31-Heimniederlage gegen das Kellerkind TSV Hannover-Burgdorf. Wandschneider befürchtet nun, "dass wir dafür büßen müssen". Von Vorteil wär es darum, Daniel Wernig (Muskelriss) bliebe der einzige Ausfall. Auf Oli Tesch, gegen Balingen nach zweimonatiger Verletzungspause zum ersten Mal wieder dabei, würde er nur ungern verzichten. "Seine große physische Präsenz brauchen wir. Aber er hat nur mit Schmerztabletten durchgehalten." Auf jeden Fall bauen kann er heute Abend auf seinen Kapitän Tobias Plaz, dem er gegen Balingen die bislang beste Saisonleistung bescheinigt hatte: "Tobi ist ein ganz wichtiger Spieler für uns."

(NGZ)