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DHC Rheinland: Der Dormagener Handball lebt

DHC Rheinland : Der Dormagener Handball lebt

Fünf Tage, bevor das Bundesliga-Präsidium über die Zukunft des DHC Rheinland entscheidet, sendeten die Dormagener Handballer mit dem 29:26-Sieg über Balingen erneut ein Lebens- und Ausrufezeichen.

Am Ende war es Daniel Schlingmann vorbehalten, die "Humba" anzusagen. Doch der 20-Jährige, der bislang über Kurzeinsätze zwischen den Dormagener Torpfosten nie hinausgekommen war, war mit sieben gehaltenen Bällen nur einer aus einem Dutzend Matchwinnern auf Seiten des DHC Rheinland, die dem insolventen Tabellenschlusslicht der Handball-Bundesliga einen vollauf verdienten 29:26-Sieg (Halbzeit 12:8) über die HBW Balingen-Weilstetten und damit das Vorrücken auf den Relegationsplatz ermöglichten.

Woher diese Mannschaft die Kraft und die Moral nimmt, um nach all den Hiobsbotschaften und Nackenschlägen, die diese Saison für sie bisher bereithielt, wieder aufzustehen, weiß sie wohl nicht einmal selbst. Gegen Balingen, das von Beginn an versuchte, ihnen mit der gewohnt rustikalen Gangart frühzeitig den Schneid abzukaufen, hielten die Dormagener nicht nur in kämpferischer Hinsicht gegen. Sie spielten auch Handball, während die Gäste ihn mehr als Arbeit denn als Vergnügen ansahen.

Doch bei allem "Spaß, den es macht, vor diesem Publikum zu spielen" (Mannschaftskapitän Tobias Plaz) vergaßen die Hausherren auch nicht die nötige Prise Kampf. Sie hielten gegen, wenn die Balinger Kampfmaschinen zur Attacke bliesen, womit die Gäste angesichts der sportlichen Bedeutungslosigkeit der Partie aus Sicht der als Absteiger feststehenden Dormagener wohl nicht gerechnet hatten. Balingen zeigte Respekt – so sehr, dass Trainer Rolf Brack nach zwölf Minuten schon die Notbremse zog und nach einer Auszeit gleich fünf (!) neue Spieler aufs Parkett schickte. Es fruchtete wenig, Balingen lag schnell 2:6 hinten (13.) und hatte bis zum 8:12-Pausenstand nie wirklich eine Chance, die Partie zu drehen. Das lag auch an Jens Vortmann, der mit sieben Paraden bis dahin eine exzellente Leistung geboten hatte. Hätte der Dormagener Schlussmann so weitergemacht, es wäre vor 2103 Zuschauern wohl nicht einmal mehr spannend geworden im zweiten Durchgang. Doch Vortmann bekam bis zur 42. Minute keine Hand mehr an den Ball, so dass die Gäste, nach einer Roten Karte für Bartosz Konitz (griff dem enteilten Sascha Ilitsch von hinten in den Arm, 39.) ohnehin mit Oberwasser, beim 17:16 (41.) erstmals in Führung gehen konnten.

Doch der DHC hielt gegen, auch, weil Füchse-Leihgabe Fabian Böhm den ohnehin nicht besonders guten Konitz nun auf Halblinks bestens vertrat. Wäre Kentin Mahé nach etlichen unschönen Attacken im ersten Durchgang nicht deutlich übermotiviert und entsprechend fehlerbehaftet gewesen, hätten die Hausherren ihren knappen Vorsprung wohl gehalten. So aber glich Daniel Sauer drei Minuten vor Schluss zum 26:26 aus. Doch zwei Böhm-Tore und ebenso viele Schlingmann-Paraden in den letzten 120 Sekunden ermöglichten den Sieg – und die wahrscheinlich nicht letzte Humba der Saison.

(NGZ)