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DHC Rheinland: Das Sterben auf Raten ist zu Ende

DHC Rheinland : Das Sterben auf Raten ist zu Ende

Zweieinhalb Jahrzehnte war Dormagen ein bedeutender Fleck auf der deutschen Handball-Karte. 16 Spielzeiten bestritten Mannschaften aus der einstigen „Chemiestadt“ in der Ersten Liga, in deren „ewigen Tabelle“ die letzte ihrer Art, der Dormagener Handball-Club Rheinland, auf Platz 14 rangiert.

Von nun an werden die Dormagener durchgereicht, so wie die in unmittelbarer Nachbarschaft platzierten TV Niederwürzbach, TuS Hofweier, TSV Milbertshofen und SG Hameln.

Denn wie an diesen Orten wird es Profi-Handball wohl auch in Dormagen nie mehr geben. Schuld daran ist nicht der Mann, der heute beim Insolvenzgericht Düsseldorf den Antrag auf Insolvenz einreichen wird. Im Gegenteil: Heinz Lieven hat mit ungeheurem persönlichen und zum Schluss auch beträchtlichem finanziellen Engagement das Sterben auf Raten nur verlängert, das mit dem Rückzug der Bayer AG vor drei Jahren begann.

Wenn die größten Arbeitgeber am Ort nicht mitspielen, lässt sich Profi-Sport nicht finanzieren, diese schmerzliche Erfahrung hat Lieven machen müssen. Zumal dann, wenn ihm der Rest der Unternehmer im angeblich so wirtschaftsstarken Rhein-Kreis schmählich die Schulter zeigt. 20 Arbeitsplätze und das seelische und emotionale Wohlbefinden von mehr als 2000 Handballfans sind offensichtlich keine Argumente, um ein wenig des erwirtschafteten Mehrwerts wieder zurück zu geben.

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Es waren schöne, mitunter auch harte zweieinhalb Jahrzehnte, in denen Dormagen ein bedeutender Fleck auf der Handball-Karte war. Künftig ist es wieder tiefste Provinz, so wie Hofweier oder Niederwürzbach.