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DHC Rheinland: Das beste Team aller Zeiten

DHC Rheinland : Das beste Team aller Zeiten

Noch eine Woche, dann endet mit dem Heimspiel gegen die SG Bietigheim die Geschichte des Dormagener Bundesliga-Handballs. In einer Serie erinnert die NGZ an herausragende Ereignisse aus dieser Zeit

Sicher, über einige Positionen lässt sich trefflich diskutieren. Doch aufs Ganze gesehen war der Kader, mit dem Hade Schmitz und Michael Biegler in die Saison 1992/1993 starteten, das beste Aufgebot, das jemals ein Dormagener Handballtrikot getragen hat. Auf jeden Fall war es mit den Endspielteilnahmen im IHF-Europapokal und im DHB-Pokal dasjenige, das für die größten Erfolge in der Vereinsgeschichte sorgte.

Dem Trainergespann stand fast auf jeder Position ein großer Name des deutschen Handballs zur Verfügung, mitunter auch zwei. So in der Mitte, wo sich Eigengewächs Dieter Springel, mit 283 Erstliga-Einsätzen Dormagens Rekord-Bundesligaspieler, und Michael Klemm auf der Regieposition abwechselten. So am Kreis, wo es kaum ein besseres deutsches Duo als Christian Fitzek und Maik Handschke – gerade als Trainer mit TuSEM Essen in die Erste Liga zurückgekehrt – gegeben haben dürfte. Im rechten Rückraum sorgten der Schwede Robert Andersson und Matthias Schmidt, im linken Karsten Kohlhaas und Dieter Springel für Tore.

Die zu verhindern war Aufgabe von Andreas Thiel – der "Hexer" war zu Beginn der Saison vom VfL Gummersbach zwischen die Dormagener Torpfosten gewechselt. Nicht zu vergessen Abwehrchef Klaus Dyllong, neben Springel und Linksaußen Norbert Nowak das dritte "Eigengewächs" im Kader. Wie stark der war, zeigt alleine die Tatsache, dass der TSV in Andreas Thiel und Michael Klemm gleich zwei Spieler im deutschen Olympiateam hatte, das in Barcelona allerdings nicht über den neunten Platz hinauskam.

Ein Dreivierteljahr später waren beide wieder in Spanien. Diesmal mit dem TSV, der sich gleich bei seiner ersten Europapokal-Teilnahme bis ins Finale des IHF-Cups gekämpft hatte. Mit Siegen über die Israelis von Hapoel Petah Tikva (30:16, 26:18), Ortigia Siracusa (Italien, 18:14, 22:20), SKA Minsk (Weißrussland, 29:26, 27:20) und den Bundesliga-Rivalen SG Leutershausen (18:14, 24:24) zogen die Dormagener ins Endspiel gegen die spanischen Superstars von Teka Santander um den zweifachen Welthandballer des Jahres Talant Duschebajew ein.

Und gewannen das erste in der Leverkusener Dopatka-Halle sensationell mit 24:20. Im Hexenkessel von Santander waren sie eine Woche später (30. Mai) chancenlos, lagen zur Pause bereits mit 8:14 im Hintertreffen und verloren schließlich mit 20:26. Zum Wunden lecken blieb freilich wenig Zeit – eine Woche später stand bereits das "Final Four" im DHB-Pokal auf dem Programm, das der TSV unter anderem durch einen Sieg beim VfL Gummersbach erreicht hatte.

In der Ballsporthalle Frankfurt-Hoechst schalteten sie zunächst Überraschungs-Halbfinalist Eintracht Wiesbaden (Zweite Liga) aus, im Finale scheiterten sie beim 21:24 mehr an sich selbst als an der damals von Heiner Brand trainierten SG Wallau-Massenheim, denn nach einem "Ausschluss" für Matthias Schmidt musste der TSV mehr als 20 Minuten zu Fünft agieren.

Einer aus diesem Kader hat seither alle Dormagener Handballhöhen und -tiefen erlebt und überlebt: Betreuer Herbert Genzer sitzt nächsten Samstag zum letzten Mal auf der Bank.

(NGZ)