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TSV Bayer Dormagen: Bohrmann spricht vom "Schlüsselspiel"

TSV Bayer Dormagen : Bohrmann spricht vom "Schlüsselspiel"

In der vergangenen Saison duellierten sich TSV Bayer Dormagen und Leichlinger TV lange Zeit um den Meistertitel in der Dritten Handball-Liga West. Vor dem morgigen Aufeinandertreffen haben sich die Vorzeichen etwas verschoben.

Am Ende der vergangenen Saison trennte sie nur der direkte Vergleich, in dem der TSV Bayer Dormagen um zwei Tore (33:38, 35:28) besser war als der Leichlinger TV und sich deshalb den Meistertitel in der Dritten Liga West sicherte.

In der aktuellen Spielzeit trennt die beiden morgigen Kontrahenten — Anwurf um 19 Uhr im TSV-Bayer-Sportcenter — eine kleine Handball-Welt: Denn während die Dormagener bislang ihrer Rolle als Mitfavorit gerecht geworden sind — "als Tabellenzweiter mit 11:3 Punkte wäre es vermessen zu sagen, ich wäre enttäuscht", sagt Trainer Jörg Bohrmann als Zwischenfazit nach dem ersten Saisonviertel — dümpeln die Gäste mehr schlecht als recht dahin: Einem veritablen Fehlstart mit 1:5 Zählern, darunter einer Heimniederlage gegen Aufsteiger Schalksmühle und einer 27:34-Pleite in Krefeld, ließen die Schützlinge des als Nachfolger von Frank Lorenzet vom Kreisläufer zum Spielertrainer umgeschulten Maik Pallach zwar drei Siege folgen. Doch die fielen gegen die Kellerkinder Gladbeck (33:30), Gummersbach II (29:28) und Düsseldorf (27:26) — dazwischen gab es noch eine 31:35-Niederlage in Wilhelmshaven — allesamt recht dürftig aus — spielerisch und auch vom Ergebnis her.

Dennoch spricht Bohrmann von einem "Schlüsselspiel: Gewinnen wir, setzen wir uns erst einmal oben fest. Gewinnt Leichlingen, haben die nur noch zwei Punkte Rückstand auf uns und damit erst mal zu den Spitzenmannschaften aufgeschlossen."

Das möchte der Dormagener Trainer natürlich verhindern, warnt jedoch davor, die Partie angesichts des bisherigen Saisonverlaufs als leichte bis mittelschwere Aufgabe einzustufen: "Das wird alles andere als einfach. Leichlingen mit seinen durchweg Erst- und Zweitliga-erfahrenen Spielern verfügt doch über viel mehr Erfahrung als wird — und über viel mehr körperliche Präsenz. So einen Blackout wie in Hagen können wir uns gegen die nicht leisten." Da verspielten seine Schützlinge eine 25:19-Führung und mussten sich am Ende mit einem 29:29-Unentschieden zufrieden geben.

Bohrmann hat sich diese Phase der Partie gemeinsam mit seinen Schützlingen am Montag noch einmal genauestens auf Video angeschaut: "Das war gut, da war sehr viel Selbstkritik bei den Jungs dabei", sagt der 45-Jährige. Hauptgrund für den "Einbruch" seien "zu viele individuelle Fehler" gewesen, "durch die haben wir uns aus unserem Konzept reißen lassen."

Das könnte auch damit zu tun haben, "dass einige Spieler wie Alex Kübler aufgrund ihrer Dauereinsätze viel Substanz gelassen haben", spekuliert Bohrmann und sagt mit Blick auf die drei Langzeitverletzten Moritz Preuss, Sebastian Damm, der wohl frühestens zur Rückrunde wieder einsatzfähig sein wird, und Janik Köhler: "Bei uns stimmt die Qualität, aber nicht die Quantität." Über die verfügt sein Kollege Maik Pallach auch nur bedingt: Christian Born fällt wegen eines Daumenbruchs vier Wochen aus. Und weil Benjamin Knopp aus beruflichen Gründen nicht trainieren kann und der mit Zweitspielrecht vom Bergischen HC ausgeliehene David Ferne das Tor in dessen Oberligateam hüten muss, steht morgen im Ex-Dormagener Matthias Aumann nur ein Torhüter zur Verfügung. "Ich muss gucken, wer in Dormagen auflaufen kann", sagt Pallach.

(NGZ)