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DHC Rheinland: "Auf Handball konzentrieren"

DHC Rheinland : "Auf Handball konzentrieren"

Die Begleitumstände wollen die Handballer des Dormagener HC Rheinland heute Abend ausblenden. Trotzdem dürften sie im Gastspiel bei Tabellenführer HSV Hamburg vor einer sicheren Niederlage stehen.

Während die Spieler des DHC Rheinland gestern auf der A1 Richtung Hamburg unterwegs waren, flatterte in der heimischen Geschäftsstelle an der Römerstraße der schriftliche Beschluss der Handball-Bundesliga GmbH (HBL), den Dormagener unabhängig vom sportlichen Ausgang der Saison keine Lizenz für die Erste Liga zu erteilen, ins Haus (siehe gesonderten Bericht).

Sonderlich geschockt haben dürfte sie diese Entscheidung kaum. Und das nicht nur, weil ein Großteil von ihnen den DHC ohnehin zum Saisonende verlassen dürfte. Sondern auch, weil sie seit Wochen versuchen, die durch den am 8. Februar beim Amtsgericht Düsseldorf eingereichten Insolvenzantrag verursachten Begleitumstände auszublenden: "Natürlich hört und liest jeder einiges über die Entwicklungen rund um das Insolvenzverfahren, aber das können wir nicht beeinflussen", sagt Tobias Plaz, der nach dem Abgang von Kristian Nippes das Amt des Mannschaftsführers innehat, "wir versuchen, uns auf den Handball zu konzentrieren. Denn wichtig ist, dass das Handballspielen Spaß macht, daher nehmen wir auch die Motivation."

So wie der Rechtsaußen sieht auch der scheidende Trainer die Sache: "Wir haben in der fast dreiwöchigen Pause knallhart trainiert, sogar über Karneval. Und die Jungs haben genauso knallhart mitgezogen." Wobei ihm zeitweise nur sieben Spieler zur Verfügung standen, weil neben den angeschlagenen Oliver Tesch – der Kreisläufer muss wegen seiner Knochenabsplitterung am Fuß noch mindestens zwei Wochen einen Spezialschuh tragen – Max Holst und Michael Wittig auch die zur niederländischen Nationalmannschaft "abkommandierten" Bartosz Konitz und Michiel Lochtenbergh fehlten.

Sie saßen gestern ebenso im Mannschaftsbus wie Michael Wittig und Max Holst. Der zum Mittelmann umfunktionierte Linksaußen hat nach längerer Verletzungs- und Krankheitspause die ersten Gehversuche im Training absolviert. Ob er heute (20.15 Uhr, O2-World) im Gastspiel bei Tabellenführer HSV Hamburg sein Comeback feiert, lässt Wandschneider offen: "Wir wollen nichts überstürzen." Nicht mit in die Hansestadt gefahren sind die Jugendlichen Johannes Clausing und Dennis Szczesny, die heute mit der A-Jugend im Heimspiel gegen den TuS Ferndorf den zweiten Tabellenplatz in der Regionalliga verteidigen wollen – falls Szczesny bis dahin seine Gehirnerschütterung auskuriert haben sollte.

So oder so sieht Wandschneider sein Team als krassen Außenseiter: "Selbst wenn die Hamburger mit ihrer so genannten zweiten Garnitur antreten, sind sie immer noch wesentlich stärker als wir." Das ficht ihn aber nicht weiter an: "Wichtig ist, dass wir Spaß haben am Spiel. Wenn uns das gelingt, haben wir vielleicht eine kleine Chance, den HSV ein bisschen zu ärgern."

(NGZ)