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Tsv Bayer Dormagen: Auch Bayers zweiter Anzug sitzt perfekt

Tsv Bayer Dormagen : Auch Bayers zweiter Anzug sitzt perfekt

Beim 35:21-Sieg über den Tabellensechsten Eintracht Hagen konnte es sich Dormagens Trainer Jörg Bohrmann leisten, etliche Stammkräfte des Drittliga-Spitzenreiters zu schonen. Am Mittwoch kommt der Neusser HV zum Lokalduell.

Das beste am Gastspiel in Dormagen wird aus Sicht des VfL Eintracht Hagen die Rückfahrt gewesen sein — Samstagabends gibt's wenigstens keine Staus auf der A 46. Seine Heimreise hätte der Tabellensechste der Dritten Handball-Liga West getrost schon zehn Minuten nach dem Anpfiff antreten können — da führte der TSV Bayer Dormagen bereits mit 8:1.

Um am Ende mit 35:21 (Halbzeit 19:10) zu triumphieren, was angesichts der gnadenlosen Überlegenheit des Spitzenreiters sogar noch ein wenig schmeichelhaft ausfiel für die Gäste. "Punkte hatten wir uns nicht unbedingt ausgerechnet, ein anderes Ergebnis schon", gab ein sichtlich angefressener VfL-Trainer Lars Hepp. Spätestens, als Torhüter Sven Bartmann seinen zu weit neben dem Gehäuse stehenden Kollegen Stefan Nippes mit einem weiten Abwurf zum 23:12 (36.) überlistete, war die Schmach perfekt für die nach eigenem Selbstverständnis als ernsthafter Konkurrent im Aufstiegskampf in die Saison gestarteten Hagener.

Davon waren sie an diesem Abend weiter entfernt als die berühmte westfälische Ausgelassenheit vom rheinischen Karneval, den das Dreigestirn der "Ahl Dormagener Junge" ins mit 1162 Zuschauern gefüllte Sportcenter brachte. In der die Schunkelstimmung nur einen Moment versiegte: Als ausgerechnet Geburtstagskind Moritz Preuss nach seinem Treffer zum 3:1 (2.) mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Hallenboden liegenblieb und nach minutenlanger Behandlung aus der Halle humpelte.

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Später gab's Entwarnung, war der Junioren-Nationalspieler zumindest so weit wieder hergestellt, dass er die obligatorische "Humba" nach dem Schlusspfiff anstimmen konnte. Ins Spielgeschehen eingreifen brauchte der 19-Jährige nicht mehr, ja selbst der zweite "gelernte" Kreisläufer Alexander Kübler blieb im zweiten Durchgang weitgehend auf der Bank. Was ursächlich damit zusammenhing, dass der "zweite" Dormagener Anzug an diesem Abend so gut passte, dass selbst Jörg Bohrmann ins Staunen geriet: "Egal, wen ich gebracht habe, es hat funktioniert", wunderte sich der Trainer. Der nach der Pause den im bisherigen Saisonverlauf nur sporadisch eingesetzten Janik Köhler Regie führen ließ, dazu den wieder zu alter Form findenden Simon Ernst auf Halblinks, den zuvor bereits bei der A-Jugend als neunfacher Torschützen erfolgreichen Jo Gerrit Genz auf Halbrechts, Peter Strosack auf Rechtsaußen und am Kreis wahlweise Dennis Marquardt und Jonathan Eisenkrätzer aufbot — aus der "Stammformation" der vergangenen Wochen spielte allein der ein bisschen glücklose Markus Breuer auf seiner angestammten Position.

Diese Tiefe des Kaders kann das große Plus der Dormagener im Aufstiegskampf sein, auch wenn Bohrmann weiterhin beharrt: "Ferndorf und Wilhelmshaven sind nominell stärker besetzt als wir." Sei's drum: Mit dem Sieg über Hagen hat der TSV den Saisonrekord des HSC Bad Neustadt von 19 Spielen in Folge ohne Niederlage eingestellt. Am Mittwoch (26. Februar, 20.15 Uhr) im nachgeholten Lokalduell gegen den Neusser HV können sich die Dormagener zum alleinigen "Rekordhalter" aufschwingen. Doch Bohrmann mahnt: "Das wird kein Selbstläufer." Dazu ein Blick auf die Statistik: Den letzten Sieg mit weniger als acht Toren Unterschied gab es am 24. November mit dem 30:29 über den Wilhelmshavener HV.

(NGZ)