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Dormagen: Trickfilm-Macher ist auch Lehrer am BvA

Dormagen : Trickfilm-Macher ist auch Lehrer am BvA

Achim Kirsch ist hauptberuflich Trickfilm-Macher. Durch einen Zufall ist er nun auch Kunst-Lehrer am Bettina-von-Arnim-Gymnasium. Der Job als Vertretungslehrer bereitet ihm "unglaublich viel Spaß".

Das kleine Mädchen mit dem verschmitzten Lächeln und der kreisrunden Brille springt von links nach rechts und erfindet Dinge: eine Uhr, die die Zeit anhalten kann, ein Kleid aus Gras, das am Körper mitwächst — bezeichnenderweise heißt der Song dazu "Erfinderlied" und richtet sich an Kinder im Alter zwischen drei und zehn Jahre.

Gezeichnet hat die Bilder Achim Kirsch (39), Trickfilm-Macher und Lehrer am Bettina-von-Arnim-Gymnasium. "Am Anfang ist oftmals nur ein Lied", sagt er. Gemeinsam mit einem Redakteur wird ein Storyboard erarbeitet. Anhand der Handlung, die darin besungen wird, beginnt Achim Kirsch zu zeichnen, "Stunde für Stunde". Rund drei Minuten lang sind die Filme, die der 39-Jährige unter anderem bereits für die "Sendung mit der Maus" erstellt hat.

Seine Profession gelernt hat Achim Kirsch an der Internationalen Filmschule in Köln. Dort gibt es eine Spezialisierung auf den Bereich Trickfilm. "Mit sieben Bildern pro Sekunde laufen die Filme über den Bildschirm, manchmal sind es zwölf", sagt Achim Kirsch. In Disney-Filmen werden teilweise sogar 24 Bilder pro Sekunde verwendet. Jedes Bild muss der Kölner separat zeichnen. Oftmals sind es 1000 Blatt Papier, die der 39-Jährige zeichnet. Würde er jeden Tag acht Stunden am Schreibtisch sitzen, könnte er das Pensum innerhalb von zwei Monaten bewältigen. Doch das schafft Achim Kirsch nicht, seit er am Bettian-von-Arnim-Gymnasium als Aushilfslehrer unterrichtet. So dauert es meist fünf Monate, bis ein Film fertiggestellt ist. Die Zeichnungen werden nicht immer nach dem gleichen Schema erstellt. Die Figuren bestimmen den Stil: Aquarell oder Collage. Für die Colorierung ist der 39-Jährige indes nicht mehr zuständig.

Für klassische bildende Kunst hat sich Achim Kirsch indes von Anfang an interessiert — bis ihn die Filme von Bärbel Neubauer und Norman Mac Laren in den Bann zogen. An der Kunsthochschule für Medien hat ihn ein Professor darauf gebracht, dass er eine Begabung für Bewegung hat. Achim Kirsch begann, direkt auf Filmmaterial zu malen.

An seinen Job als Vertretungslehrer für Kunst am Bettina-von-Arnim-Gymnasium ist er durch Zufall gekommen. "Ich habe zunächst einen Bekannten während seiner Elternzeit vertreten", erzählt Achim Kirsch. In Solingen war das. Das habe im unglaublich viel Spaß gemacht. Erste Erfolge bei Wettbewerben mit seinen Schülern hat Achim Kirsch bereits erzielt.

(NGZ/ila)