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Dormagen: Trauung mit Live-Übertragung

Dormagen : Trauung mit Live-Übertragung

Aus einer Städtefreundschaft entsteht eine Lebenspartnerschaft: Gestern haben die türkischstämmige Deutsche Arzu Sali aus Dormagen und der Türke Engin Yilmaz aus Göynük geheiratet – mit Live-Übertragung in die Türkei.

Fast genau an dem Ort, an dem Arzu Sali (31) ihren Mann Engin Yilmaz (31) zum ersten Mal gesehen hat, haben sich die beiden gestern das Ja-Wort gegeben. 2008 war es gewesen, als die türkischstämmige Deutsche Arzu Sali, seit gestern, 12 Uhr, Arzu Sali-Yilmaz, Engin zum ersten Mal traf. Er, ein Lehrer, war als Trainer aus der mit Dormagen befreundeten Stadt Göynük in der Nähe von Antalya mit einem Volleyballteam nach Dormagen gereist. "Und es war sein Glück, dass er kein Deutsch sprach", sagte Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann, der für das symbolträchtige Paar in die Rolle des Standesbeamten geschlüpft war.

Denn sowohl Engin als auch Arzu stammen aus Trabzon, einer Stadt am Schwarzen Meer. Ihre Familien leben nur fünf Kilometer voneinander entfernt. Trotzdem bedurfte es eines Umwegs von 5000 Kilometern, bis sich die beiden in Dormagen trafen.

Am Rande des provisorischen Volleyballfeldes am Rathaus lernte Engin die Dormagener Grundschullehrerin Arzu kennen, die für ihn übersetzte. "Bis wir ein Paar wurden, hat es aber noch etwas gedauert", sagt die Braut lächelnd. In den folgenden zwei Jahren besuchten sich die beiden immer wieder, bis sie schließlich ein Paar wurden. "Aus Freundschaft wurde Liebe", betonte auch Bürgermeister Hoffmann gestern am Trautisch, auf dem sowohl die deutsche als auch die türkische Flagge standen. Hoffmanns Zitat wählten die beiden als Ehemotto aus. Gestern im Dormagener Standesamt waren nur die engsten Familienangehörigen der beiden mit dabei, auch gefeiert werden sollte am Abend nur in kleinem Rahmen. Per Internet-Telefonie gab es allerdings eine Live-Schalte ins Göynüker Rathaus und großem Applaus der Zuschauer in Göynük für das Brautpaar.

Nach dem großen Hochzeitsfest in zehn Tagen. muss Arzu auch langsam ans Kofferpacken denken, denn ihr Umzug nach Göynük steht Mitte August an. Dort will sie weiter als Lehrerin arbeiten. Die Flitterwochen müssen erstmal warten. "Ich tröste mich damit, dass wir dort unser Leben verbringen, wo andere Urlaub machen", sagt die Braut. Bürgermeister Hoffmann sieht die Verbindung auch als Garant für die sich weiter entwickelnde Städtefreundschaft zwischen Dormagen und Göynük. Denn das junge Brautpaar kehrt Dormagen nicht komplett den Rücken. Für Urlaube, und um Freunde und Familie zu besuchen, werden die beiden regelmäßig nach Dormagen zurückkommen.

(NGZ)