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Dormagen: Trägerwechsel für Tannenbusch diskutiert

Dormagen : Trägerwechsel für Tannenbusch diskutiert

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald will in Gesprächen mit der SVGD Übernahme-Bedingungen für den Tannenbusch ausloten.

Über die Zukunft des Tier- und des Geoparks Tannenbusch wird weiter diskutiert: Der Vorstand der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) Dormagen hat von seinen Mitgliedern auf einer außerordentlichen Versammlung am Montagabend den Auftrag zu Gesprächen mit dem Betreiber SVGD über eine Übernahme der Trägerschaft erhalten. Ulrich Pfister, Geschäftsführer der Stadtmarketing- und Verkehrsgesellschaft Dormagen (SVGD), sagte dazu gestern: "Wir sind zu sachlichen Gesprächen bereit und werden die Stadt einbeziehen, da es um finanzielle Leistungen geht."

Mehr als 30 Mitglieder der SDW hatten am Montag teils lautstark über den Tannenbusch debattiert. Ulrich Pfister und Tierpark-Leiterin Ellen Peterburs sahen sich heftiger Kritik ausgesetzt. Die Diskussion rund um die geplante Rückgabe der Zoo-Genehmigung durch die SVGD (die NGZ berichtete) ist emotionsgeladen. Die Mitglieder der SDW erklärten, sie würden generell Respekt und Anerkennung gegenüber ihrer ehrenamtlichen Arbeit vermissen. Von der SVGD würden sie sich ausgebremst und in ihrem fachlichen Rat unbeachtet fühlen. "Ich denke, dass es ein Kernproblem gibt. Die SDW möchte in die Umweltbildung investieren, die SVGD verfolgt andere Pläne mit dem Tannenbusch", formulierte SDW-Vorsitzender Marc Pellekoorne. Er warf der SVGD vor, Absprachen nicht einzuhalten. Dagegen wehrte sich Pfister und trat Behauptungen, die SVGD wolle den Tannenbusch in einen Freizeitpark umwandeln, entgegen: "Solange wir den Tannenbusch betreiben, wird sich zum heutigen Erscheinungsbild nichts ändern." Er halte die Zoo-Genehmigung nicht für wesentlich für den Erhalt des Tierparks in seiner jetzigen Form. "Ich wundere mich, dass das so eine große Geschichte geworden ist", sagte er und erntete damit Unverständnis.

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Er bot Mitgliedern und Vorstand der SDW mehrfach Gespräche an, um den Streit "auf eine sachliche Ebene zu holen und die Kritikpunkte durchzusprechen", sagte er. Es gibt bereits einen Termin am Montag, bei dem es speziell um den Zustand der Steine im Geopark geht.

Eine mögliche Übernahme der Trägerschaft für Tier- und Geopark kann sich Marc Pellekoorne gut vorstellen: "Wir haben engagierte Experten bei der SDW. Jetzt muss die mögliche Finanzierung geregelt werden." Das scheint der Knackpunkt. Stadt-Pressesprecher Harald Schlimgen erklärte: "Der Tannenbusch hat eine große Bedeutung als wichtiges Ausflugsziel und wird bis auf Parkgebühren am Wochenende kostenlos den Familien zur Verfügung gestellt. An der Einrichtung hängt jedoch auch eine hohe Verantwortung für Personal, Tiere und Sicherheit, die ein Verein übernehmen müsste."

Der Tannenbusch steht auf der Tagesordnung der SVGD-Aufsichtsratssitzung am 3. Dezember, aber wie Aufsichtsratsvorsitzender Wiljo Wimmer erklärte, sei die Stellungnahme des Kreisveterinäramtes noch nicht eingetroffen: "Liegt sie nicht vor, verschieben wir das Thema auf die Sitzung am 1. April 2014."

(NGZ)