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Dormagen: Tourist-Info soll ins Museum

Dormagen : Tourist-Info soll ins Museum

Zieht die Tourist-Info ins Kreismuseum? Wandert das Archiv ins Bürgerhaus ab? Die SPD-Fraktion fürchtet, dass im Kreiskulturausschuss hinter dem Rücken der Bürger Fakten geschaffen werden. Kreis und SVGD dementieren das.

Geheimverhandlungen — alleine der Begriff erregt die Gemüter, wenn es um die Zukunft der Zonser Liegenschaften geht. Die SPD-Fraktion fürchtet nun, dass Rhein-Kreis Neuss und Stadtmarketing- und Verkehrsgesellschaft (SVGD) die Köpfe zusammenstecken, um Pläne für Bürgerhaus, Kreismuseum und Tourist-Info zu schmieden. Grund dafür ist ein Tagesordnungspunkt, der gestern im nicht-öffentlichen Teil des Kreiskulturausschusses behandelt wurde. "Wir vermuten, dass ohne öffentliche Beteiligung Vereinbarungen getroffen werden sollen, die sich auf das zu erarbeitende Gesamtkonzept auswirken würden", meint SPD-Fraktionsvize Nils Szuka.

Doch was ist dran an möglichen geheimen Absprachen? Dem Vernehmen nach soll ein Vertragsentwurf vor der abschließenden Abstimmung stehen. Ab Januar 2013 könnte die Tourist-Info in das Kreismuseum ziehen. Dafür müsste die SVGD dann auch eine Miete berappen. Ein Teil des Archivs könnte zudem im Bürgerhaus unterkommen.

Kreiskulturdezernent Tillmann Lonnes erklärte gestern gegenüber der NGZ: "Mit Überraschungen und Entscheidungen ist nicht zu rechnen." Über eine Zusammenarbeit sprächen Kreis und SVGD seit mehreren Monaten.

Lonnes bestätigte aber, dass im nicht-öffentlichen Teil des Kreiskulturausschusses die Öffnung des Parks, die Parkpflege und auch die Zukunft der Tourist-Info auf der Tagesordnung stünden. CDU-Fraktionschef Wiljo Wimmer, der gleichzeitig den Aufsichtsrat der SVGD führt, wirft der SPD im Gegenzug schlechten Stil vor.

"Die Menschen werden verunsichert, konstruktive Ansätze hat die SPD aber nicht", so Wimmer. Im Kreiskulturausschuss werde ausschließlich ein Sachstandsbericht besprochen. Daraus ginge hervor, welche Alternativen sich der Rhein-Kreis vorstellen könne. Wiljo Wimmer: "Es wird keine Entscheidung geben, ohne dass die Bevölkerung vorher darüber informiert worden ist."

Der CDU-Fraktionsvorsitzende weist darauf hin, dass interkommunale Zusammenarbeit angesichts finanzieller Nöte oft gefordert würde. So loteten auch Rhein-Kreis und SVGD mögliche Synergien aus. Ganz neu ist die Diskussion nicht. Bereits im Februar hatte sich die SPD über einen damals diskutierten Parkeintritt in Zons mokiert. Seinerzeit ging es um 30 000 Euro, die der Kreis als Ausgleichszahlung von der SVGD forderte, würde er auf Eintritt für Kreismuseum und Park verzichten.

Spätestens am 21. November wird die Diskussion fortgeführt. Dann trifft sich der städtische Kulturausschuss zu seiner nächsten Sitzung. Darin haben die Sozialdemokraten einen Antrag für ein Gesamtkonzept für die Zonser Altstadt gestellt. Die Verwaltung stellt ihre Ausarbeitung vor.

(NGZ/rl)