Tourismus in Dormagen: Kräutergarten-Konsens beim "Heimat.Haus.Zons"

Freizeit in Dormagen : Konsens beim Umbau der Tourist-Info

Die Tourist-Info in Zons soll zum „Heimat.Haus.Zons“ umgebaut werden. Nach Widerstand gegen eine Teil-Bebauung des Kräutergartens mit einer Terrasse legte die SWD nun eine neue Lösung vor, die der Rat einstimmig billigte.

Die „Oase der Ruhe“ im Kräutergarten hinter der Tourist-Info in Zons soll bestehen bleiben, zudem wird die Idee eines bewirtschafteten Cafés aufgegeben und eine Behinderten-Toilette geplant. Das sind die Ergebnisse eines Arbeitskreises, an dem außer den Zonser Vereinen, die das Gebäude weiter nutzen sollen und wollen, und der Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dormagen (SWD) als Betreiber auch Vertreter der Fraktionen teilnahmen. Auch der Stadtrat stimmte am Donnerstag einstimmig dem abgeänderten Konzept zum „Heimat.Haus.Zons“ zu, das SWD-Geschäftsführer Michael Bison vorstellte und für das nun Fördergelder beantragt werden sollen.

Am Konzept-Entwurf war im Haupt- und im Kulturausschuss im November kritisiert worden, dass eine Außengastronomie, ohne die sich die Café-Bewirtschaftung nicht lohnen würde, einen Teil des Kräutergartens einnehmen würde. Auch wenn der SWD-Geschäftsführer die jetzige Gestaltung als „Buchsbaumgarten“ überarbeitungswürdig nannte, rückten die Mitglieder des Arbeitskreises, der sich mit der Tourist-Info in Zons beschäftigt, von der geplanten Bebauung dort ab. „Wir haben dem Arbeitskreis zu den Knackpunkten Terrasse/Charakter Kräutergarten, Café/Außengastronomie und Behindertengerechtes WC drei Varianten vorgestellt“, berichtete Bison.

Die Variante mit einem Café habe den Mehrwert, dass das Haus über die Öffnungszeiten der Tourist-Information hinaus für Besucher zugänglich sei, so Bison: „Das würde jedoch den Ruhe-Charakter des Kräutergartens beeinträchtigen, wenn dort Außengastronomie angesiedelt würde.“ Die Idee, den Vorplatz des gegenüberliegenden Kreismusuems Zons für eine Außengastronomie zu nutzen, sei zwar überlegenswert, auch der Rhein-Kreis sei offen für eine Diskussion über diese Variante, so Bison, berge aber ein zu hohes Ausfall-Risiko: „Das kostet Zeit und Personal.“

Daher werde nun die Variante „Wohnzimmer“ ohne Café vorangetrieben, wie Bison erläuterte: „Wir wollen eine ,gute Stube’ installieren, in der wir Heimatthemen an die Besucher weitergeben.“ Das habe den Vorteil, dass der Charakter des Gebäudes besser bewahrt werden kann, wenn die Treppe nicht für das Café weichen muss. „Noch zu klären ist, ob nicht die Öffnungszeiten doch ausgeweitet werden können“, wies der SWD-Geschäftsführer auf Gespräche mit dem Heimat- und Verkehrs-Verein Zons hin, der die Tourist-Info gemeinsam mit der SWD betreibt.

Der Kostenrahmen bleibt gleich: Die durch den Wegfall der Terrasse und den Umbau der Treppe eingesparten Kosten sollen in ein behindertengerechtes WC, das vom Kräutergarten aus genutzt werden kann, und die Möblierung der „guten Stube“ gesteckt werden, die sonst der Café-Betreiber übernommen hätte. Abhängig von dem Anteil der Förderung durch das Land Nordrhein-Westfalen gestaltet sich der Eigenanteil der Stadt, der in jedem Fall 460.000 Euro nicht überschreiten soll. Das Programm „Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen. Wir fördern, was Menschen verbindet.“ unterstützt mit 40 bis 80 Prozent. „Unter 60 Prozent Förderung verwirklichen wir das Projekt nicht“, betonte Bison im Kulturausschuss. Insgesamt werden Umbau und Aufbau der Kommunikations- und Informationstechnik für digitale Rundgänge ab Mitte 2020 rund 1,6 Millionen Euro kosten. „Wir wollen tragfähige Strukturen aufbauen, die das Heimat-Wissen erfahrbar machen“, betonte Bison.