Dormagen: Tote Hunde: Düngemittel mit Rizin belastet

Dormagen: Tote Hunde: Düngemittel mit Rizin belastet

Das von einer Fachfirma vor drei Wochen auf städtischen Flächen in Rheinfeld ausgebrachte Düngemittel war mit dem Giftstoff Rizin belastet. Dies haben die Untersuchungen ergeben, die das Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz (LANUV) beim Robert-Koch-Institut in Berlin in Auftrag gegeben hat.

"Die gemessenen Werte müssen als stark toxisch eingestuft werden", informiert Babette Winter, Pressesprecherin des LANUV. Zwei Hunde waren in Rheinfeld verstorben, neun weitere Hunde litten unter Vergiftungserscheinungen. Das in dem Düngemittel nach Auskunft der Landesbehörde in dieser Konzentration unzulässig enthaltene Rizin wirkt giftig bei der oralen Aufnahme durch Menschen oder Tiere.

"Im Zuge der Gefahrenabwehr werden wir die betroffenen Bereiche daher vorerst weiterhin großflächig absperren", kündigt der Erste Beigeordnete, Ulrich Cyprian, an. Auf Empfehlung des LANUV und des Rhein-Kreises Neuss wurde beschlossen, die gedüngten Bereiche um Bäume und Gehölze zusätzlich mit Mulch abzudecken, um Kontakt mit dem Düngematerial zu vermeiden.

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Rizin ist nach Auskunft der zuständigen Fachbehörden biologisch abbaubar und gefährdet weder Boden noch Grundwasser. "Wir werden in den kommenden Wochen und Monaten regelmäßig weitere Messungen vornehmen, um festzustellen, wann die Grünflächen wieder gefahrlos zugänglich gemacht werden können", erläutert Cyprian. "Bis dahin bitten wir die Bürger dringend, das Betretungsverbot zu beachten."

Für die betroffenen Hundebesitzer und Anwohner in den Neubaugebieten am Nordrand von Rheinfeld bietet die Stadt am Donnerstag um 18 Uhr einen Informationsabend im Schützenhaus an der Bürger-Schützen-Allee an. Mit dabei sind auch Experten des LANUV und der Umweltbehörden des Kreises.

(dhk)