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Top-West-Büroquartier in Dormagen kann 30 Meter hoch werden

Wirtschaftsförderung Dormagen : Top-West-Büroquartier wächst in die Höhe

Die SWD plant ein 13 Hektar großes Gewerbequartier auf beiden Seiten der Alten Heerstraße, gegenüber vom Chempark-Tor 14. Im neuen Büroquartier sind auch Bauten von bis zu 30 Meter Höhe möglich.

Auf beiden Seiten der Alten Heerstraße soll nördlich vom Holzweg ein 13 Hektar großes Gewerbequartier im Anschluss an das Top-West-Gewerbegebiet entstehen. Bislang ist es überwiegend als Friedhofserweiterungsfläche ausgewiesen. Das Besondere: „Dort können wir eine bis zu 30 Meter hohe Bebauung ermöglichen“, erklärte Hans-Gerd Knappe, der bei der Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dormagen (SWD) das Gewerbeflächenmanagement verantwortet. Außerdem sei bemerkenswert, so Knappe, dass sich „die komplette Fläche im alleinigen Eigentum der Stadt befindet“.

So sollen 5,5 Hektar auf der süd-westlichen und 7,5 Hektar auf der nord-östlichen Seite der Alten Heerstraße noch in diesem Jahr vermarktet werden. Es stehen in direkter Nähe zur Autobahn 57 Flächen von 3000 bis 12.000 Quadratmetern Größe zur Verfügung. „Die ersten Bagger können dann im Frühjahr 2020 anrollen“, meint SWD-Geschäftsführer Michael Bison, der in Sachen Maximalhöhe auf das Hoyer-Gebäude im gegenüberliegenden Chempark als Referenz-Größenordnung verweist. Gerade im süd-westlichen Teilstück, das ebenso wie das andere Areal über eine Zufahrt in der Mitte der Fläche an der Alten Heerstraße erschlossen werden soll, stehen viele Bäume, die gefällt werden müssten. „Dafür werden an anderer Stelle in Dormagen natürlich Bäume als Ausgleich gepflanzt“, so Knappe.

Der Bedarf sei da, so die Dormagener Wirtschaftsförderer: Immer häufiger klopfen bei ihnen Interessenten an, die Büroflächen im Stadtgebiet suchen. „Die Nachfragen gehen vom kleinen Startup bis zum Forschungszentrum von 4000 Quadratmetern Größe“, berichtet Michael Bison. Sie kommen aus Dormagen, dem Chempark und den beiden Rheinmetropolen. „Da merken wir nun verstärkt, dass die Flächen in Köln und Düsseldorf knapp werden“, erläutert Knappe. Gewünscht sei, so Bison, eine repräsentative Adresse im mitarbeiterfreundlichen Umfeld: „Damit können wir aktuell nicht dienen.“

Das Büroquartier im Gewerbepark „Top West“ könnte die Lösung sein und würde den Anspruch der Stadt unterstreichen, über den Produktionsstandort hinaus kreative Denkwerkstätten zu ermöglichen. „Wir wollen diese Fläche mit dem Bebauungsplan ,Beiderseits Alte Heerstraße‘ als attraktives Gewerbegebiet mit Anbindung an die Autobahn entwickeln“, erläutert Hans-Gerd Knappe. Das Projekt wurde auf der Gewerbeimmobilienmesse Expo Real in München vorgestellt.

Für den Büroquartier-Standort spreche die Nähe zu Sport- und Einkaufsmöglichkeiten sowie gastronomischer Versorgung. „Firmen könnten sich ganz individuell ihre Räume gestalten und sind auch bestens an den ÖPNV angebunden“, nennt Knappe weitere Vorteile. Zusätzlicher Pluspunkt: der nahegelegene Tannenbusch für erholsame oder sportlich genutzte Pausen.

Noch im ersten Quartal 2019 soll die Entscheidung für einen Projektträger fallen. „Im Idealfall“, so Bison, „können wir im Herbst mit der Vermarktung beginnen.“ Ein Dormagener IT-Unternehmen hat bereits Interesse bekundet, dort mit anderen Playern aus der Branche einzuziehen. Denkbar ist mittelfristig die Verlagerung des ChemLab aus der Innenstadt ins Büroquartier, wenn die Förderung Mitte 2020 ausläuft. „Grundsätzlich sind die Planungen noch total offen“, sagt Knappe. Fest steht nur: Die Stadt wird die Gewerbegrundstücke nicht verkaufen, sondern in der Regel als Erbbaurecht vergeben. „Dahinter steht der strategische Gedanke, als Kommune die Hoheit über die Nutzung der Fläche zu behalten und Brachflächen vorzubeugen“, erläutert Tanja Gaspers, SWD-Aufsichtsratsvorsitzende und Kämmerin der Stadt Dormagen.