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Tobias Niebuhr handelt online mit selbst gestalteten Uhren

Dormagen : Dormagener Uhren-Designer sucht Geldgeber im Internet

„Made in Dormagen“ – Innovation und Unternehmergeist zeigen sich bei zahlreichen Produkten, die in Dormagen gefertigt oder vertrieben werden.

Tobias Niebuhr mag es puristisch – zumindest, wenn es um Uhren geht. Der 28-Jährige Zonser ist Gründer, Designer, Freigeist und einer, der Lust auf Risiko hat. Vor zwei Jahren machte sich Niebuhr mit seinem eigenen Uhrenlabel „Justus Brown“ selbständig. Im Sommer 2017 ging sein Online-Shop an den Start. Dafür setzte der Leibniz-Abiturient und studierte Event-Manager alles auf eine Karte. Gab eine gute Position als Store Manager bei einer Textil-Kette auf, zog zurück ins Elternhaus und begann, erste Entwürfe zu zeichnen. „Ich hatte schon immer Spaß an der Visualisierung von Dingen“, sagt Niebuhr. Aktuell sucht er Sponsoren für eine neue Kollektion, natürlich im Netz. Auf Crowdfunding-Plattformen - zu Deutsch Schwarm-Finanzierung - wie „kickstarter“ bieten Gründer und Start-Ups weltweit ihre Geschäftsideen feil. Ort und Zeit spielen in der globalisierten Welt keine Rolle mehr. Niebuhr könnte sein Geschäft von jedem Winkel der Welt aus führen. Aber Dormagen, sagt der Jungunternehmer, „bleibt meine Herkunft“. „Justus Brown“ soll wachsen, sagt er: „Ich könnte mir auch vorstellen, einen Partner mit reinzunehmen, um gemeinsam etwas zu entwickeln.“ Bis zum 30. Geburtstag gibt sich Gründer Tobias Niebuhr Zeit. Die Uhr tickt.

Seine Zielgruppe: „Junge Menschen zwischen 20 und 34, die abends rausgehen, abschalten und nicht überwacht werden wollen, was ihr Puls gerade sagt.“ Der Style von Justus Brown also ist „made in Dormagen“, das Produkt dagegen „global zusammengesetzt“, wie Niebuhr selbst sagt. Gefertigt werden die Uhren über einen Schweizer Hersteller in China, ein indischer Designer setzt zuvor die Entwürfe professionell um.

Analog ist bei diesem Geschäftsmodell letztlich nur das Produkt. Auch seine Geschäftspartner findet Tobias Niebuhr im Internet. Einen stationären Verkauf gibt es nicht. „Wenn ein Online-Shop nicht läuft, übersetze ich ihn in beispielsweise Russisch und spreche neue Kunden an. Das funktioniert mit einem Laden in der Fußgängerzone nicht“, stellt Niebuhr nüchtern fest.

(NGZ)