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Dormagen: Tipps zum Schutz vor Taschendieben

Dormagen : Tipps zum Schutz vor Taschendieben

Bei der Zahl der Taschendiebstähle lag Dormagen im Jahr 2012 hinter Neuss auf Platz zwei im gesamten Rhein-Kreis. Die Polizei leistete gestern Aufklärungsarbeit auf dem Wochenmarkt in der Fußgängerzone Kölner Straße.

Die beiden jungen Mütter hatten einen kurzen Stopp an einer Eisdiele auf der Kölner Straße eingelegt und ahnten nichts Böses. Die Kinderwagen, in denen sie auch ihre Handtaschen verstaut hatten, hatten sie etwas abseits "geparkt", um mehr Bewegungsfreiheit zu haben. Dass sie damit das perfekte Ziel für Taschendiebe abgaben, wurde den Frauen erst bewusst, als sie von den Kriminalhauptkommissaren Heinz Hellwig und Wolfgang Burchartz sowie Oberkommissar Frank Hoffmann angesprochen wurden. Die Beamten machten sie darauf aufmerksam, dass sie Gefahr liefen, zum Diebstahlsopfer zu werden.

Im Jahr 2012 erfasste die Polizei in Dormagen 70 Taschendiebstähle. Das sind zwar bedeutend weniger als in Neuss, wo 579 Delikte gezählt wurden. Dennoch liegt Dormagen in der Negativbilanz damit auf Platz im Rhein-Kreis. Auch ein Grund dafür, warum sich die Polizei die Stadt für ihre dreistündige Aufklärungsaktion gestern auf dem Wochenmarkt ausgesucht hatte. Wochen- und Weihnachtsmärkte würden von Taschendieben geschätzt, berichtete Hauptkommissar Hellwig — wie überhaupt alle großen Menschenmengen. "Das kann auch in einem Supermarkt sein. Die Täter nutzen das Gedränge für ihre Zwecke aus."

Taschendiebe arbeiteten oft im Team: Einer lenkt das Opfer ab, ein anderer "zieht" die Beute. Typische Ablenkungsmanöver: Mit Hilfe eines Stadtplans wird nach dem Weg gefragt, das Opfer wird angerempelt oder sogar bekleckert. "Während der Kleckerer sich entschuldigt und die beschmutzte Kleidung des Opfers abwischt, sichert sich der Komplize das Portemonnaie oder andere Wertgegenstände", schildert Burchartz.

Gestern in Dormagen bewegten sich die Beamten auf dem Wochenmarkt hin und her — zum Einen, um klassische Leichtsinnsfehler der Marktbesucher aufzudecken, zum Anderen, um verdächtige Personen ins Auge zu fassen, die vielleicht für Taschendiebstähle infrage kommen. Die Varianten, Taschendieben das Leben leichtzumachen, sind vielfältig, wie die Polizisten verdeutlichten: Rucksack im Gedränge auf dem Rücken tragen, Wertsachen offen im Netz des Rollators, im Korb oder im Einkaufswagen transportieren, Gegenstände aus dem Auge lassen.

Nicht alle Angesprochenen reagierten einsichtig auf die Warnungen der Beamten. "Manche stehen auf dem Standpunkt: Mir passiert das nicht", erzählt Burchartz von seinen Erfahrungen. Um die Zahl der Taschendiebstähle in Dormagen zu senken, holten die Polizisten gestern auch die Marktbeschicker mit ins Boot. "Wir haben die Händler angesprochen und gebeten, ihre Kunden ebenfalls für das Thema zu sensibilisieren", sagt Wolfgang Burchartz. Dass jetzt die Zeit der Weihnachtsmärkte beginnt, komme den Tätern entgegen. "Das ist für die eine sehr lukrative Jahreszeit", weiß Burchartz.

Die Polizei setzt ihre Aktion zum Schutz vor Taschendieben am heutigen Samstag, 30. November, in Dormagens Nachbarstadt Neuss fort. Neuss war im vergangenen Jahr mit großem Abstand unrühmlicher Spitzenreiter bei Taschendiebstählen. Die Beamten sind dort heute in der Zeit von 10 bis 15 Uhr unterwegs, um ihre gestern in Dormagen begonnene Aufklärungsarbeit fortzusetzen.

(NGZ)