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Tierpark in Dormagen: Im Winter werden die Tannenbusch-Tiere träge

Tierpark in Dormagen : So meistern die Tiere im Tannenbusch den Winter

Die rund 230 Tiere im Wildgehege in Delhoven sparen in der kalten Jahreszeit Energie.

Neugierig lugt eine Moorschnucke aus ihrem Domizil heraus. „Da bewegt sich doch was“, scheint sie zu denken, während ein Artgenosse langsam Richtung Gitter trottet, das ihr Gehege von den Besuchern trennt. Nicht nur, dass im Winter weniger Gäste den Tierpark Tannenbusch besuchen, alles läuft etwas langsamer ab. „Die Tiere sind etwas entspannter in der kalten Jahreszeit“, sagt David Thies, der Leiter des Delhovener Tierparks. Er erläutert: „Das liegt auch daran, dass die Tiere mit ihren Kräften haushalten.“ Die rund 230 Tiere verbrauchen mehr Energie, um den Körper zu wärmen. „Daher halten sie sich bei der Nahrungsaufnahme zurück und sind etwas träger“, so der Mitarbeiter der Stadtbad- und Verkehrsgesellschaft Dormagen (SVGD), die den 1958 eröffneten Tierpark betreibt. Da haben die sechs Tannenbusch-Mitarbeiter und acht Parkwächter im Sommer mehr zu tun, wenn sie die Tiere mit reichlich frischem Trinkwasser und Wasser zum Abkühlen versorgen müssen. Da wird das Wasserbecken des Rotwildes gefüllt, so dass sich die Tiere im eigenen „Sonnenbad“ suhlen und erfrischen können.

Noch ist zwar der Sommer noch weit entfernt, aber auch noch kein Schnee in Sicht. Allerdings waren erste Anzeichen von Frost in den Nächten schon spürbar. „Bisher hatten wir aber nur einmal zugefrorene Wassertröge, die wir vom Eis befreien mussten“, weist er auf den eher milden Winter hin. Wenn die Tiere wie die Esel das wollen, können sie in den Stall oder einen anderen Unterstand, wo sie sich ins warme Stroh legen können. Wenn ihr Teich ganz zufriert, müssen die Störche in Sicherheit gebracht werden, da sie sonst Räubern wie dem Fuchs hilflos ausgeliefert wären.

Da ist ein anderes, von  Jahreszeiten unabhängige Problem schwerwiegender, wie Thies erklärt: „Wir mussten gegen die afrikanische Schweinepest bei den Weide- und den Wildschweinen einen zwei Meter hohen Zaun fünf Meter hinter den bisherigen Zaun setzen, damit Besucher keine Essensreste zu den Tieren werfen können.“ Denn trotz der Warn- und „Füttern verboten“-Schilder, die im ganzen Tannenbusch aufgehängt sind, gelangten immer wieder Speisen zu den Tieren. „Wenn sie nicht abgekocht wurden, sind die Essensreste eine große Gefahr für die Schweine“, weist Thies auf mögliche Erreger hin, die ferngehalten werden müssen. Auf Anordnung des Kreisveterinäramtes wurde nun der Zaun errichtet, um die zwei Weideschweine und sechs Wildschweine zu schützen. Insgesamt leben rund 130 Säugetiere und mehr als 100 Wasser- und Hühnervögel im Tannenbusch – sie gehören der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) Dormagen. Gefüttert werden dürfen im Tannenbusch nur die Tiere, an deren Gehege Futterautomaten stehen: Zwergziegen, Mufflons, Enten und Gänse sowie das Damwild.

Dormagens „grüne Lunge“, der größte Stadtwald in der Region, erstreckt sich über 100 Hektar in Delhoven. Der Tannenbusch beheimatet neben dem Tierpark auch den Geopark und viele Waldwege, die Spaziergänger, Naturkundler, Tierfreunde, Jogger und „Walddetektive“ gern nutzen. Seit den 1950er-Jahren hat  er sich enorm vergrößert: Rund 800.000 Bäume sind in den vergangenen 70 Jahren gepflanzt worden. SVGD-Geschäftsführer Klaus Schmitz betont: „Ein Wald ist gerade in Städten und Ballungsräumen ein wertvolles Gut.“

Ein Tipp für Haustiere im Winter gibt es hier: „Hundepfoten mit Melkfett einreiben“.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So ist der Winter im Tierpark Tannenbusch in Dormagen