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Tierheim Dormagen: Versicherung zahlt nicht für Wasserschaden

Nach Wasserschaden : Der nächste Schock für das Tierheim

Die Versicherung der Einrichtung an der Hackenbroicher Bergiusstraße hat die Regulierung des schweren Wasserschadens aus dem August abgelehnt. Die Instandsetzung kostet mindestens 35.000 Euro.

Das ist der nächste Tiefschlag für das Team des Dormagener Tierheims in Hackenbroich und den privaten Tierschutzverein, der die Einrichtung an der Bergiusstraße unterhält: Die Nürnberger Versicherung hat die Regulierung des schweren Wasserschadens, der Mitte August entstanden war und bei dem vor allem Zwischendecken im Gebäude stark in Mitleidenschaft gezogen worden waren, nicht bewilligt. Zwar lässt der Tierschutzverein die Rechtmäßigkeit dieses negativen Bescheids noch anwaltlich prüfen, doch er muss damit rechnen, auf dem Schaden sitzenzubleiben. Die Instandsetzung kostet mindestens 35.000 Euro. „Für unseren Verein und das Tierheim ist das existenzbedrohend“, sagt die Vorsitzende Babette Terveer konsterniert. Die ohnehin schwierige Finanzlage werde weiter verschärft.

Seit 2003 sei das Tierheim bei der Nürnberger Versicherung versichert und habe diese nie für größere Regulierungen in Anspruch genommen. Dass nun in diesem Notfall selbst eine Kulanzzahlung „kategorisch abgelehnt“ wurde, wie Terveer berichtet, macht sie und auch Tierheimleiterin Tanja Kalkowsky fassungslos. Der Streitpunkt: Das Tierheim ist gegen Schäden versichert, die durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel entstehen. Allerdings ist die Versicherung der Auffassung, dass es sich im Tierheim nicht um einen Sturmschaden handelt. Das Regenwasser sei nicht aufgrund von Sturm ins Gebäude eingedrungen. „Wir suchen jetzt nach einer anderen Versicherung, bei der Nürnberger werden wir nicht bleiben“, kündigt Terveer an.

Bei all dem Ärger gibt es aber auch ermutigende Signale für die Tierschützer. Denn die Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung sei enorm, berichten Terveer und Kalkowsky. „Viele motivierte Bürger haben uns schon unterstützt“, erzählt Terveer, die dankbar ist für die vielen Reaktionen nach der Berichterstattung in den Medien. 14.000 Euro sind auf diese Weise zusammengekommen, „die höchste Summe, die der Tierschutzverein je bei einer Spendenaktion bekommen hat“, so die Vorsitzende, die auf weitere Zuwendungen hofft. An zwei Wochenenden hatten darüber hinaus Freiwillige beim Aufräumen geholfen. Auch mehrere Firmen aus Dormagen und dem benachbarten Köln hätten große Hilfsbereitschaft gezeigt und Unterstützung durch die Bereitstellung von Arbeitskräften angeboten, darunter zum Beispiel Ineos mit Andreas Hain an der Spitze, Leiter des Bereichs „Ereigniskommunikation und Nachbarschaftsdialog“. Am Freitag soll ein Gespräch mit Bürgermeister Erik Lierenfeld stattfinden. Dabei dürfte ausgelotet werden, ob die Stadt noch zusätzliche Mittel für das Tierheim lockermachen kann.

Die Sanierungsarbeiten sollten am Mittwoch beginnen. Eigentlich hätten alle von dem Wassereinbruch betroffenen Decken komplett entfernt werden müssen. Diese Variante hätte jedoch 65.000 Euro gekostet – eine Summe, die der Tierschutzverein nicht stemmen kann. So bleibt es bei der Mindestreparatur, die etwa 30.000 Euro günstiger ist. Dabei soll  das Schimmelproblem an diversen Spanplatten nicht durch Vernichtung der Platten, sondern durch eine spezielle Behandlung gelöst werden. Terveer rechnet mit einer Bauzeit von zwei bis drei Wochen