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Tierheim Dormagen sichert sich mit Videokameras

Videokameras : Tierheim in Dormagen wehrt sich gegen Einbrecher

Die Fälle, in denen Unbekannte versuchen, ins Tierheim zu gelangen, häufen sich. Jetzt sollen Videokameras helfen.

„Motte“ bellt, winselt und jammert fast: Die Pitbull-Hündin will endlich in den Pool springen, der direkt vor ihrer Nase aufgestellt ist. Im kühlen Nass entpuppt sich der Hund gleich darauf als perfekter Spielpartner für den Auszubildenden Kai Schucht, der immer wieder den kleinen Ball in den Pool wirft. Diese Idylle ist ein wenig trügerisch, denn die Verantwortlichen im Tierheim Dormagen haben mit einem schwerwiegenden Problem zu kämpfen: Immer wieder versuchen Unbekannte, auf das Gelände zu gelangen. „Jetzt reicht es“, sagt Tanja Kalkowsky, Leiterin der Einrichtung. Eine Videoüberwachung soll Gelände, aber auch die Tiere schützen. Für deren Installation wird jetzt ein Elektriker mit einem großen Herz für Tiere gesucht, „natürlich auf Rechnung, aber vielleicht zu einem günstigeren Preis“, hofft Tierpflegerin Jennifer Schmitz, auf deren Schreibtisch das Paket mit den Kameras bereits steht.

Vor zwei Wochen gab es den letzten Versuch, der glücklicherweise in diesem Stadium hängenblieb, nicht zuletzt, weil ein aufmerksamer Passant die Unbekannten bemerkte, als diese am hellichten Tag versuchten, über den Zaun zu klettern. „Er kam mit seinem Auto auf den Hof gefahren und wies uns darauf hin“, erzählt Kai Schucht. „Wir sind natürlich sofort dorthin gelaufen, aber die Unbekannten, es sollen Erwachsene gewesen sein, waren schon weg. Offenbar haben sie mitbekommen, dass sie entdeckt worden sind.“ Es ist kein Einzelfall, im Gegenteil: „Wir haben leider immer wieder mit diesem Problem zu kämpfen, dass Unbekannte versuchen, aufs Gelände zu gelangen“, erzählt Jennifer Schmitz. Die 27-Jährige kann nur vermuten, was die Beweggründe sind. „Geld oder wertvolle Gegenstände gibt es bei uns nicht zu holen“, sagt sie. Sie glaubt, dass es Personen sind, die versuchen, ihren Hund zurückzuholen, der ihnen von der Stadt entzogen worden ist. „Weil die Tiere nicht ordnungsgemäß gehalten werden oder die Besitzer in Verwahrlosung leben.“

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Diese Wegnahme von zumeist Hunden ist keine große Ausnahme, sondern kommt regelmäßig vor, sagt Schmitz. Dass das nicht immer konfliktfrei abläuft, bestätigt die Tierpflegerin, die auch in der Verwaltung arbeitet. „Dabei entstehen schon unangenehme Situationen“, sagt sie. Ordnungsamt und auch Polizei unterstützen solche Aktionen gegen oftmals aggressive „Herrchen“.

Die (ehemaligen) Besitzer wissen natürlich, wo sie ihren Liebling zu suchen haben. Die Angestellten und Chefin Tanja Kalkowsky finden die Vorstellung ausgesprochen unangenehm, dass sie urplötzlich vor ungebetenen Besuchern stehen. Unbemerkt bleiben sie natürlich nicht, weil die Hunde meist anschlagen, wenn sie Fremde bemerken. Mit den Videokameras soll ein weiterer Effekt erreicht werden: Immer wieder werden Tiere in Boxen vor dem Eingang einfach abgestellt. „So haben wir die Chance, dass diese Leute ermittelt werden“, sagt Jennifer Schmitz. Unlängst ist eine Tierbox direkt neben den Mülleimern abgestellt worden. Zum Glück passten die Müllwerker auf, ehe sie alles in den Wagen hievten: Denn drinnen saß eine Katze.