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Tiere in Dormagen​: Auf Wanderschaft mit Alpakas​

Tiere in Dormagen : Auf Wanderschaft mit Alpakas

Drei Mal die Woche können Tierfreunde in Dormagen mit niedlichen Alpakas spazieren gehen. Dabei lernen die Teilnehmenden viel über die außergewöhnlichen Paarhufer.

Alpakas liegen aktuell im Trend wie niemals zuvor – mit ihren teils lustigen Gesichtern, ihrem friedlichem Blick und dem flauschigen Fell sind sie nicht nur unglaublich niedlich, sondern versprühen zudem auch eine gewisse Ruhe und Zufriedenheit. Das Alpaka ist ein Tier, welches man am liebsten an sich drücken und nie wieder los lassen würden. Doch „Halt“, denn genau das ist es, was das flauschige Tier aus der Kamelfamilie so überhaupt nicht mag.

Karin Beißner ist die Alpaka-Expertin schlechthin, seit vielen Jahren gibt sie Tieren, denen es anderswo schlechter ergeht, ein Zuhause. Insbesondere die Alpakas erfüllen dabei auch einen pädagogischen und sozialen Zweck und sind häufiger zu Besuch in Altenheimen oder werden von freudigen Kindergartenkindern empfangen. Außerdem bietet Beißner, gemeinsam mit Tochter Jasmine, sogenannte Alpaka-Wanderungen an.

Bei strahlendem Sonnenschein und nicht zu verachtender Hitze fand am Mittwochnachmittag eine der sonst so beliebten Wanderungen statt. Die Gruppe der Teilnehmden war klein, durch die Pandemie seien die Zahlen der Besucherinnen und Besucher weiterhin nicht im Normalbereich. Insgesamt 14 „wanderfähige“ Alpakas stehen auf der Weide im Dormagener Stadtgebiet. Mit durften diesmal Alf, Drops, Mokka, Beethoven und Einstein. Karin Beißner führte die ungewöhnliche Karawane mit Lama Snoopy an. Zu Beginn weist die ehemalige Zoopflegerin an, die Tiere - wenn überhaupt - lediglich am Hals zu berühren: „Alpakas werden nicht gerne angefasst, was daran liegt, dass sie keine Prägephase haben. Bei Pferden zum Beispiel werden die Fohlen von Geburt an, an Körperkontakt gewöhnt, das ist bei den Alpakas anders, denn sie kommunizieren über Laute. Wenn Menschen das Alpaka also berühren, dann fragen die sich ‚was soll das gerade?’“, erklärt die Besitzerin. Was jedoch nicht bedeutet, dass die Tiere Distanz wahren. „Angst haben die nicht, sie stupsen die Menschen auch mal an oder stellen sich einfach nah vor sie und schauen sie an.“

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Während die Gruppe gemeinsam mit den Paarhufern über die Felder spaziert, stellt sich heraus, dass Karin Beißner ein wandelndes Lexikon ist: „Alpakas können zwar spucken, machen es aber nur selten. Meistens spucken sie sich gegenseitig an, da sollte man dann nicht in der Schusslinie stehen.“ Der Tag der aus südamerikanischen Anden stammenden Tiere besteht größtenteils aus Schlafen und Essen. „Die freuen sich tierisch, wenn sie dann mal spazieren gehen können.“ Wenn die Karawane anhält, dann senken die Alpakas automatisch ihre Köpfe um zu fressen: „Wenn wir mit ihnen laufen, dann sind wir ein Teil der Herde. Halten wir an, dann bedeutet das für die Tiere, dass jetzt gefressen wird.“

Unter den Alpakas herrscht eine klare Rangordnung, so will das große Alpaka Alf unbedingt vorne gehen und läuft schnellen Schrittes an den anderen vorbei, um sich hinter Lama Snoopy einzureihen. „Jedes Alpaka hat seinen eigenen Charakter“, erklärt Beißner. „Die Tiere bilden auch Feindschaften und Freundschaften. Wenn ich beispielsweise eines der Tiere zum Scheren von der Weide hole, dann werde ich von den befreundeten Tieren angespuckt, während andere nur zuschauen und sich denken ‚zum Glück bin ich nicht dran‘.“

Nach rund einer Stunde ist die Wanderung dann zu Ende, zum Bedauern der Teilnehmerinnen und Teilnehmern, als auch der Alpakas, die sich immer wieder voller Freude auf den sandigen Gehwegen wälzten. Für Karin Beißner jedoch ist der Tag noch lange nicht vorbei. Die 40-Jährige kümmerte sich alleine um die zahlreichen Tiere (Alpakas, Lamas, Pferde, Hunde etc.). „Ich bin eigentlich immer hier, ich mache auch keinen Urlaub. Ich gebe die Verantwortung nur ungern aus der Hand und habe mir das Leben hier so ausgesucht. Wenn Freunde mich sehen wollen, dann wissen sie, wo sie mich finden. Dieser Ort hier ist wie ‚mein Haus am See‘, mein Rückzugsort und ich würde nie etwas anderes machen wollen.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Alpaka-Wanderung in Dormagen