Tiere aus dem Tierheim Dormagen suchen ein Zuhause.

Tierheim in Dormagen : Tiere suchen ein neues Zuhause

Abgesehen vom Wasserschaden ist die Lage an der Bergiusstraße in diesem Jahr entspannt. Dennoch gibt es viel Vermittlungsbedarf.

Ohne den schweren Wasserschaden aus der vergangenen Woche hätte es ein erfreulicher Sommer werden können für den Tierschutzverein Dormagen und sein Tierheim-Team. Denn entgegen früheren Zeiten, in denen die Einrichtung in den großen Ferien etliche ausgesetzte Vierbeiner versorgen musste, gibt es derzeit mit 16 Hunden, 44 Katzen und einigen Kleintieren und tierischen Pensionsgästen keine Überbelegung, wie Leiterin Tanja Kalkowsky berichtet. Und nicht nur das: „Inzwischen kommen gerade in den Urlaubszeiten Leute, die sich für ein Tier interessieren, weil sie dann Zeit haben, es bei sich zu Hause einzugewöhnen. Wir vermitteln momentan sehr gut.“ Ein durchaus positiver Trend also – was aber nicht bedeutet, dass es keine Problemfälle mehr gibt an der Bergiusstraße in Hackenbroich. Einige Bewohner sind schlicht schwer vermittelbar und brauchen besonders einfühlsame neue Besitzer.

So wie Minka. Die zehn Jahre alte kastrierte Katze ist lieb, aber sehr scheu und unsicher. Als Besuch kommt, versteckt sie sich hinter einem Katzenkorb und lässt sich erstmal nicht wieder hervorlocken. „Sie braucht viel Zeit um sich an jemanden zu gewöhnen. Aber wenn man ein bisschen Ahnung, Geduld, Zeit und ein Händchen für Katzen hat, kann man viel mit ihr anfangen“, erzählt Tierpflegerin Birgit Laufs. Für Minka wäre es schön, bald ein neues Zuhause – mit Freigang-Möglichkeit – zu finden. Denn sie ist schon seit über einem Jahr im Tierheim.

Eine von der schüchternen Sorte ist auch Melinda. Wenn sie jemanden nicht kennt, bleibt die etwa dreieinhalbjährige Fund-Hündin, der ein Stück vom Schwanz fehlt, vorsichtshalber zunächst auf Abstand. Doch ist sie erstmal aufgetaut, ist sie laut Kalkowsky und Laufs lieb und verschmust. Für Melinda wäre ein ruhiger Haushalt gut, durchaus auch mit einem souveränen anderen Hund, an dem sie sich orientieren kann. Eine Bindung zu Melinda aufzubauen, ist gar nicht so schwer. „Für Leckerchen ist sie sehr aufgeschlossen“, erzählen Kalkowsky und Laufs schmunzelnd.

Im Tannenbusch gefunden wurde der schwarze Mischling Rocky, kastriert und ungefähr drei Jahre alt. „Er geht in die Hundeschule und ist da ein richtiger Streber“, berichtet die Tierheimleiterin grinsend. Will heißen: Rocky macht sich dort sehr gut. Kein Wunder, denn er ist ein sehr intelligenter Hund. Der allerdings auch seine Grenzen austestet und folglich am Besten bei einem Halter mit Hundeerfahrung aufgehoben ist. Rocky verfügt über einen ausgeprägten Schutztrieb; wenn er eine Bezugsperson hat, kann er anhänglich sein. Ideal für ihn wäre ein Haus mit Garten und ohne kleine Kinder. Bei anderen Hunden entscheidet bei ihm die Sympathie.

Taco, geboren im Dezember 2015, kam über ein anderes Tierheim aus Spanien nach Hackenbroich. Schon seit Januar wartet der schwarze Mischling dort auf ein neues Herrchen oder Frauchen. Dabei ist er ein echtes Goldstück. „Er ist von fast allen hier der Liebling“, sagt Tanja Kalkowsky. Taco sei „lustig, süß, charmant, toll im Umgang mit anderen Hunden“ und auch für Anfänger geeignet. Der aktive Vierbeiner braucht jemanden, der Zeit und Power hat und bei dem Taco seine Agilität ausleben kann.

Kleine Handicaps haben die beiden bildhübschen Zwergkaninchen Stöpsel und Floh, jeweils ein knappes Jahr alt, die nur gemeinsam abgegeben werden. Stöpsel zieht ein Beinchen ein wenig nach, Floh müssen alle zwei bis drei Wochen die unteren Zähne gekürzt werden. Dies sei aber für den neuen Besitzer recht einfach zu lernen, sagen die Fachfrauen des Tierheims. Dauernde Tierarztbesuche wären also nicht nötig. Im Sommer fühlen sich die Kaninchen in einem schönen Freigehege am wohlsten, im Winter drinnen.

Bleibt noch eine ungewöhnliche Mädchen-Wohngemeinschaft mit fünf Degus, die auch nur gemeinsam vermittelt werden. Die putzigen Nagetiere aus Chile, etwa so groß wie Hamster, wohnen schon seit Juli 2017 im Tierheim. Sie fressen vor allem Heu und Trockenfutter und sollten in einer großen Voliere gehalten werden. Der neue Halter sollte sich mit Degus auskennen.

Kontakt zum Tierheim: 02133 976550.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Diese Tiere aus Dormagen suchen ein neues Zuhause

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