Dormagen: THW übt Mauerbau für den Hochwasser-Einsatz

Dormagen: THW übt Mauerbau für den Hochwasser-Einsatz

16 junge Helfer des Technischen Hilfswerks bauten am Samstag an der Unterstraße in Stürzelberg die mobile Wand des Deichverbands auf.

Der Vorstand des Deichverbands Dormagen/Zons staunte nicht schlecht: Gleichsam als "Aufgalopp" zur Hochwasserschutzübung mit dem Technischen Hilfswerk (THW) stand für die zum Großteil neu gewählte Führungsriege ein "Crashkurs" im Nähen von Sandsäcken auf dem Programm. Hierfür besitzt der Deichverband eigene Maschinen, wobei Rosemarie Albrecht nicht nur die nötige Fertigkeit im Umgang mit ihnen hat, sondern auch die Fähigkeit, Neulinge anzulernen. "Es waren nicht alle begeistert, doch im Ernstfall müssen sie es können", kommentierte Deichgräf Eduard Breimann den Prolog zur eigentlichen Übung.

Die bestritten 16 Helfer des Technischen Hilfswerks Grevenbroich, die unter der Leitung des THW-Ausbildungsbeauftragten Hans-Dieter Splittgerber binnen gut zweieinhalb Stunden an der Unterstraße die gesamte mobile Wand des Deichverbands aufbauten, die bei Hochwasser unverzichtbar ist. Die jungen Helfer konnten dies bei komfortablen Bedingungen tun, betrug der Pegelstand des Rheins mit über zwei Metern doch deutlich weniger als im Winter 2011, als das Hochwasser auf gut 8,50 Meter gestiegen war.

Eine der wichtigsten Voraussetzungen, um die Wand aufbauen zu können, ist die sogenannte Mann-Sicherung auf der Wasserseite der Mauer. "Wer hier ungesichert ins Wasser stürzt, treibt bis nach Holland", beschreibt Eduard Breimann die potenziell lebensgefährliche Situation für die Retter bei Hochwasser. Die Helfergruppe des THW setzte sich sowohl aus Teilnehmern der Grundausbildungsgruppe als auch aus den von Martin Paar geleiteten Bergungshelfern zusammen. Neben 40 Aktiven sind beim Grevenbroicher THW mit den Reservisten etwa 100 Helfer mobilisierbar.

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Mit Argusaugen verfolgte Splittgerber die Aktionen und griff sofort korrigierend ein, wenn Fehler wertvolle Zeit zu vergeuden drohten oder einen ineffizient hohen Kraftaufwand erforderten. Beeindruckt vom Engagement der THW-Helfer war Erik Heinen, Vorsitzender der Reservistenkameradschaft der Bundeswehr. "Sie nehmen es an, wenn man ihnen etwas sagt. Sie saugen das regelrecht auf", zeigte er sich voll des Lobes für die Lernbereitschaft der jungen THW-Truppe. Mit der Reservistenkameradschaft hat der Deichverband zuletzt im Frühjahr geübt, und bei Hochwasser käme auch sie zum Einsatz.

Gut 50 Mann aus der Region könnte die Reservistenkameradschaft laut Erik Heinen mobilisieren. Die würden natürlich nicht alle in Stürzelberg eingesetzt, wo neben dem THW die Feuerwehr zum Einsatz käme. "Mindestens 50 Helfer, 60 wären ideal", sagt Eduard Breimann mit Blick auf die bei Hochwasser nötigen Helferzahlen. Innerhalb von 30 Stunden müssen die Helfer im Ernstfall auf einer Strecke von 13 Kilometern die mobilen Wände und die Tore aufbauen sowie Sandsäcke und Big Bags füllen. Fürs Füllen der Sandsäcke gibt es Maschinen: Pro Sack sind acht Sekunden nötig. Insgesamt würden bei Hochwasser 11 000 Säcke gefüllt.

Die nächste Übung, die nicht vor April 2015 erfolgen soll, wird insbesondere der Befüllung der Big Bags gelten: In die kommen anderthalb Tonnen Kies, der aus Straberg antransportiert wird.

(S.M.)
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