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Dormagen: Therme: Schon 5500 Mal gewählt

Dormagen : Therme: Schon 5500 Mal gewählt

Rund 50 700 Dormagener sind aufgerufen, im ersten Bürgerentscheid in Dormagen über die Zukunft der Römer-Therme zu befinden. Mehr als ein Zehntel hat bereits per Briefwahl abgestimmt. Das Ergebnis gibt es am Sonntag.

Die Frage, ob sich die Stadt Dormagen verpflichten soll, in finanziell schwierigen Zeiten bis zu 200 000 Euro jährlich zu zahlen, um den Erhalt der Römer-Therme zu sichern, bewegt nicht nur die Nutzer des beliebten Freibades, das vom TSV Bayer Dormagen geführt wird. Mehr als 12 000 Unterschriften konnte der TSV für den Erhalt der Römer-Therme sammeln, und so den ersten Bürgerentscheid in der Geschichte der Stadt initiieren.

Am Sonntag sind rund 50 700 Dormagener aufgerufen, um über die Zukunft der Römer-Therme zu befinden. Eine Mehrheit von mindestens 7616 Dormagenern muss für dieses Anliegen "Soll das Dormagener Freibad 'Römer Therme' erhalten werden?" mit "Ja" stimmen, damit der Entscheid erfolgreich ist.

Bereits jetzt sind rund 5500 Stimmen per Briefwahl im Rathaus eingegangen. "Wir haben Tausende Briefwahlunterlagen herausgegeben und jetzt bereits 5500 Rückläufer erhalten", bestätigt Michael Feiser, der Wahlbeauftragte der Stadt Dormagen. Ob sich die abgegebenen Stimmen für oder gegen den städtischen Zuschuss ausgesprochen haben, wird — wie bei den anderen, am Sonntag abgegebenen Stimmen — erst ermittelt, wenn am 25. November um 18 Uhr die Stimmlokale schließen.

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Ab diesem Zeitpunkt werden die Ergebnisse des Bürgerentscheides im Ratssaal im neuen Rathaus (Eingang Castellstraße) live präsentiert. Der städtische IT-Service wird über die Auszählungen in den Stimmbezirken und Briefwahlvorständen informieren. "Wir warten gespannt auf das Ergebnis", erklärte Stadtpressesprecher Harald Schlimgen. Am Sonntag sind insgesamt 77 Wahlhelfer in den Wahllokalen und als Abstimmungsvorstand für die Briefwahlunterlagen im Einsatz.

Beim Bürgerentscheid orientiert sich das Prozedere an der Kommunalwahl, wenn auch in kleinerem Rahmen. So gibt es statt der 23 Wahlbezirke jetzt fünf Stimmbezirke mit sieben Stimmlokalen. "Aufgerufen sind alle Dormagener Bürger und EU-Bürger ab 16 Jahren", erläutert Feiser. Die Wahlberechtigten haben eine Benachrichtigungskarte erhalten, die sie am Sonntag mit zu dem darauf vermerkten Stimmlokal mitbringen sollten.

Bis morgen können die Bürger ihre Stimme auch noch per Briefwahl im Wahlamt im Historischen Rathaus abgeben, wo sie zuvor ihre Briefwahlunterlagen beantragen und abholen müssen.

"Wir werden bis zur letzen Minute dafür kämpfen, die über 7600 Ja-Stimmen zu sammeln, die wir für die Rettung der Römer-Therme benötigen", erklärte TSV-Geschäftsführer Frank Neuenhausen. Wenn die Stadt nicht die Hälfte des rund 400 000 Euro teuren Defizits des Freibades übernehme, müsse die Römer-Therme am 1. Januar 2013 schließen.

Auch die SPD setzt sich für den Bürgerentscheid ein. "Um in Dormagen eine optimale Wasserfläche sowohl für das Freizeitschwimmen als auch das Leistungs- und Schulschwimmen anbieten zu können, benötigen wir die Römer-Therme und ein Hallenbad", stellt SPD-Stadtverbandsvorsitzende Regina Nawrot nochmals klar. Mit der Römer-Therme als Ganzjahresfreibad könne Dormagen einen Komfort anbieten, den nur wenige Städte präsentieren können. Nawrot spricht sich für ein neues Hallenbad und gegen die Sanierung der beiden Hallenbäder aus: "Ein neues Hallenbad bringt unserer Stadt für die nächsten Jahrzehnte voran."

(NGZ/rl/url)