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Dormagen: Therme: Bürgerentscheid kommt

Dormagen : Therme: Bürgerentscheid kommt

Überraschend steht Dormagen doch vor dem ersten Bürgerentscheid seiner Geschichte: Am 25. November sind rund 50 700 Bürger aufgerufen, über die Zukunft der Römertherme abzustimmen. Das entschied der Rat mehrheitlich.

Was eigentlich nur eine Formsache sein sollte, wurde zu einer faustdicken Überraschung: Mit den Stimmen der Jamaika-Koalition wurde das Bürgerbegehren des TSV Bayer Dormagen zum Erhalt der Römertherme gestern in einer Sondersitzung des Stadtrates abgelehnt. Die als Rettungsanker angedachte Vereinbarung zwischen der Stadt und dem TSV fand unerwartet keinen Zuspruch bei CDU, FDP und Grünen, die zusammen die Mehrheit im Rat stellen. Damit wird am 25. November in einem Bürgerentscheid über das Anliegen des Vereins entschieden. 23 Ratsmitglieder stimmten in geheimer Abstimmung gegen das Bürgerbegehren, 15 dafür, drei enthielten sich.

In dem Treffen einer Arbeitsgruppe dieser Fraktionen mit dem TSV am vergangenen Donnerstag ist es offenbar zu einem Streit gekommen. Wie Partei-Chef André Heryschek gestern im Rat sagte, habe man keine ausreichenden Informationen durch den Verein erhalten. Die Gesprächsatmosphäre muss offenbar sehr angespannt gewesen sein. Laut Heryschek habe man in der laufenden Diskussion ein "Werben um unsere Stimmen" vermisst. Grundvoraussetzung wäre auch eine Beteiligung am operativen Geschäft der Schwimm-sparte gewesen, "das ist nicht erwünscht". In dem Treffen sollte es nach den Vorstellungen der Politiker nur noch um Feinabstimmungen der Vereinbarung gehen, die in der Ratssitzung am 20. September von Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann überraschend vorgelegt worden war. Tags drauf hatten Spitzen der drei Fraktionen noch von einem "großen Schritt" des TSV gesprochen und signalisiert, dass man sich darauf wohl werde einigen können. Am vergangenen Donnerstag hat der TSV jedoch die Politiker nicht als die richtigen Gesprächspartner angesehen. "Wir haben von dieser Arbeitsgruppe aus der Zeitung erfahren", sagte Geschäftsführer Frank Neuenhausen. "Wir können nicht mit einzelnen Fraktionen verhandeln. Verhandlungspartner ist die Stadt."

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Die Opposition reagierte überrascht: "Ich bin erschüttert", sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Bernhard Schmitt. "Eine Entscheidung der Mehrheitsfraktionen nicht zum Wohl der Stadt." Er bezeichnete die Haltung der CDU als "kleinkariert", sie habe sich "wie die beleidigte Leberwurst" verhalten. Karl-Heinz Meyer (FDP) betonte hingegen, es sei keine Entscheidung gegen die Römertherme. "Wir begrüßen den Bürgerentscheid und akzeptieren den Bürgerwillen." Für Neuenhausen ist klar: "Wir werden jetzt alle Kräfte für den Bürgerentscheid bündeln, sonst ist die Römertherme am 31. Dezember dicht."

(NGZ/url)