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Theatersommer Knechtsteden mit dem Kabarettisten Frank Fischer

Frank Fischer in der Theaterscheune Knechtsteden : Wie ungewöhnliche Momente entstehen können

140 Zuschauer hörten sich in der Theaterscheune die Tipps von Frank Fischer an.

Warum immer auf die ungewöhnlichen, die spannenden, die lustigen Momente warten, wenn man sie doch einfach so selbst herbeiführen kann? Der Kabarettist Frank Fischer erklärte am vergangenen Freitag 140 begeisterten Zuschauern in der Theaterscheune Knechtsteden, wie das geht. Zum ersten Mal stand er dort auf der Bühne und wusste mit seinem Programm „Gewöhnlich sein kann jeder“ zu überzeugen.

Nachdem er mit seinem Charme die Herzen der meisten Zuschauer gewonnen hatte, ging es los. Er parlierte über „Perlen des deutschen Fernsehens“, die ulkigerweise alle auf RTL 2 gesendet werden – „warum sollte ein arbeitsloser Assi keine festen Termine haben? RTL 2 hat schließlich ein festes Programm.“ Und er erklärte, wie man sogar selbst die morgendliche Fahrt mit dem Aufzug zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle Beteiligten werden lassen kann. „Machen Sie jeden Tag zu etwas Besonderem“, riet er seinem Publikum. „Gehen Sie in der Mittagspause zu Media Markt und fragen Sie den Verkäufer, ob Sie ihm helfen können.“

Ausgerüstet mit Stift und Notizblock hatte der Kabarettist das gesamte Land bereist und berichtet nicht nur über ungewöhnliche Momente und wie man sie aktiv entstehen lassen kann, sondern vor allem über ungewöhnliche Menschen, die ihm dabei begegnet sind: Da ist die Dame im Ruheabteil, die unabläßlich Nachrichten mit eingeschalteten Tastentönen tippt, sich jedoch entrüstet, als er ein kurzes Telefonat im Flüsterton annimmt. Oder der ältere Herr, der sich über die Migranten auslässt. Fischer entgegnete im Brustton der Überzeugung: „Schauen Sie mich an, ich bin das beste Gegenbeispiel. Vor zwei Jahren bin ich aus Syrien hierher gekommen, sprach kein Wort Deutsch. Und jetzt habe ich sogar Arbeit.“ Vielen Menschen sei meist gar nicht bewusst, wie komisch die Dinge sind, die sie so von sich geben. „Gehen Sie doch einmal mit Regenschirm schwimmen. Und wenn Sie jemand fragt, warum Sie das tun, antworten Sie: Weil’s erlaubt ist!“

(vest)