"The Path of Genesis" erstmals zu Gast in der Kulturkirche Dormagen

Kulturkirche Dormagen: Bombastisches Klanggewand bei Genesis-Coverband

Konzert in der Kulturkirche Dormagen begeistert.

Wer am Freitag in die Kulturkirche kam, um „I can’t dance“ oder „Invisible Touches“ zu hören, wurde enttäuscht – und hätte vorher das Kleingedruckte lesen müssen. Denn „The Path of Genesis“ ist eine Hommage an die ganz frühen Jahre der britischen Kultband, die zu den innovativsten, stilbildenden Progressive Rock-Gruppen der Siebziger gehört. „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, diese Songs am Leben zu erhalten und hinter die Geschichten zu schauen“, sagt Frontmann Mike Maschuw.

Das tun die fünf Musiker – seit 13 Jahren als Band unterwegs und jetzt erstmals in Dormagen zu Gast – mit großartigen Videoprojektionen, die jedes der epischen, bis zum letzten Ton auszelebrierten Stücke begleiten. Es sind skurrile, fantastische Geschichten, in bombastische, opulente Klanggewänder gehüllt. Tosende Wasser toben über die Leinwand zu „Firth of Fifth“, in dem in mystischer Manier Fluss und Wasserfall besungen werden und das mit den Schlussakkorden von Bohemian Rhapsody ausklingt – eine Verbeugung der Coverband vor der einen großen Rock-Oper des Jahrzehnts. Zu „The Cinema Show“ tanzen und balzen Fred Astaire und Ginger Rogers auf der Leinwand, gleich danach wird Schlachtengetümmel gezeigt, weil „Supper’s ready“ in weiten Kreisen und unglaublichen 25 Minuten den Kampf zwischen Gut und Böse beschreibt. Frontmann Mike versteht es wunderbar, diese Geschichten zu erzählen, dazu streicheln, prügeln, fordern Alex Peters (Gitarre), Michael Jurkat (Bass), Dieter Siegmund (Keyboard) und Michael Hahn (Schlagzeug) ihre Instrumente, als gehe es um Leben und Tod. Zweieinhalb Stunden lang.

Kein Konzert zum Mitsingen, mehr ein Eintauchen in fantastische Klangwelten und für viele der Besucher ein Flashback in ihre Jugend. Matthias Henkel aus Stürzelberg etwa reist in der Erinnerung „zurück ins Studium, und das war eine gute Zeit“, sagt er mit einem Lächeln. Pfarrer Frank Picht weiß noch, dass „Supper’s ready“ eine „ganz Seite einer Schallplatte war“. Picht hatte „The Path of Genesis“ auf Empfehlung hin verpflichtet und es nicht bereut. Er etablierte die Reihe „Friday Night“ – Kulturkiche im August 2012 mit Andreas Zöller. Picht hatte den Raum, Zöller die Kontakte in die Bandszene. Mittlerweile haben sich ihre Wege getrennt, die Kulturkirche am letzten Freitag im Monat aber hat ihren festen Platz in der Veranstaltungslandschaft. „Für 2019 sind alle Bands gebucht, es gibt schon erste Anfragen für 2020“, erzählt Picht. Das nächste Konzert ist am Freitag, 9. November, mit der Coverband „Page One“. Am 29. November und 1. Dezember spielen MAM die Musik von BAP, einen Abend rockig, den nächsten unplugged. Mit „Soul Glow“ am 28. Dezember klingt die Kulturkiche 2018 aus.

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