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Dormagen: Test: Rudern auf dem Rhein

Dormagen : Test: Rudern auf dem Rhein

Zum Start in die Rudersaison hat NGZ-Mitarbeiter Jens-Peter Hiller den Wassersport mittels eines Selbsttests unter die Lupe genommen. Sein Fazit: Rudern lässt sich nicht an einem Tag lernen, doch macht der Sport viel Spaß.

Ein besseres Wetter hätte nicht herrschen können. Wenig Wind, viel Sonnenschein – da kam richtig Lust auf, sich ins Ruderboot zu setzen und über den Rhein zu treiben. Die Dormagener Rudergesellschaft Bayer hatte jetzt ihren Start in die neue Saison. Und ich, NGZ-Mitarbeiter Jens-Peter Hiller, war einer der Ersten, der einen der neuen Ruderkurse ausprobieren durfte. Nach einem anstrengenden Tag freute ich mich auf das Rudern, von dem ich mir eine ausgleichende Entspannung erhoffte. Es ging zum Fährhaus Piwipp, wo ich auf Doris Zobel und Heri Walczykiewicz traf. Die Vereinssprecherin erklärte mir noch einige Prinzipien, bevor es ernst wurde: "Rudern ist ein sehr gesunder Sport für den ganzen Körper." Außerdem werde auch in der Mitte des Rheins gefahren, um die volle Strömung auszunutzen. Dieser Satz löste, nach erster Euphorie, doch eine gewisse Skepsis aus. In der Rheinmitte neben den großen Containerschiffen rudern? Ist das nicht zu gefährlich?

Zunächst musste das Boot zu Wasser getragen werden. Gar nicht so leicht, wie sich zeigte: Das Boot ist schwer, das Montieren der Skulls – so heißen die Ruderblätter – erfordert viel Fingerspitzengefühl von jemandem wie mir, der noch nicht gerudert ist. Nachdem ich eingestiegen war, zeigte mir Ruderlehrer Heri Walczykiewicz wie ich die Skulls zu halten habe, in welchem Rhythmus zu rudern sei und wie ich meinen Körper einsetzen solle. "Ihr werdet nasse Füße bekommen, wenn ein großes Schiff vorbei fährt", warnte Walczykiewicz, bevor er mit ins Boot stieg. Nach all den Anweisungen und Vorwarnungen war ich durchaus aufgeregt, wie unser kleiner Trip ausgehen würde.

Erst ließen wir uns den Rhein herunter treiben, doch bekanntlich muss es nach jeder Abfahrt wieder hinauf gehen. Als wir dann stromaufwärts fuhren, zeigte sich: Rudern ist kein gemütliches Paddeln. Konzentration und Koordination waren gefordert. Ein Skull falsch eingetaucht, bringt das ganze Boot ordentlich ins Wackeln; ein Versehen, das nicht nur einmal passierte.

Die Umsetzung dessen, was Heri Walczykiewicz mir zu Beginn erklärt hatte, stellte sich als schwierig heraus. Doch nach einigen Fehltritten gelang es mir doch, vorwärts – besser gesagt rückwärts, schließlich sitzt man mit dem Rücken in Fahrtrichtung – zu kommen und schließlich wieder am Ufer auszusteigen. Dass ich den Ausflug überstanden habe, ohne überhaupt nass geworden zu sein, war überraschend und erleichternd zugleich.

Ich merke, der Sport kann richtig anstrengend werden, doch muss man zuerst die Technik beherrschen. Dabei gilt es nicht nur die eigenen Bewegungen zu koordinieren, auch die Mitruderer müssen synchron sein.

(NGZ)