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Dormagen: Tempo 30 am Marktplatz

Dormagen : Tempo 30 am Marktplatz

Zwei Jahre lang galt auf der Römerstraße im Bereich des Marktplatzes Tempo 10 – etwas mehr als Schrittgeschwindigkeit. Jetzt hat die Stadt die Sonderregelung aufgehoben und erlaubt Tempo 30.

Zwei Jahre lang galt auf der Römerstraße im Bereich des Marktplatzes Tempo 10 — etwas mehr als Schrittgeschwindigkeit. Jetzt hat die Stadt die Sonderregelung aufgehoben und erlaubt Tempo 30.

Die Tempo-10-Zone auf der Römerstraße vor dem Marktplatz ist nach zweijähriger Erprobung abgeschafft. "Künftig gilt dort wieder Tempo 30 wie im übrigen Verlauf der Römerstraße", teilt die städtische Ordnungsdezernentin Tanja Gaspers mit. Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf zehn Stundenkilometer war 2009 bei der Umgestaltung des Marktplatzes eingeführt worden. Nach der Straßenverkehrsordnung ist Tempo 10 zum Schutz von Bereichen mit besonders hohem Fußgängeraufkommen zulässig. Am Marktplatz befinden sich unter anderem die Überwege zu den stark frequentierten Bushaltestellen der Innenstadt.

"Nachdem wir die Verkehrssituation zwei Jahre lang beobachtet und eine Zählung vorgenommen haben, sind wir mit der Polizei zu dem Ergebnis gekommen, dass Tempo 30 zum Schutz der Fußgänger ausreicht. An einem Freitag zählte die Stadt zwischen 9 und 12 Uhr 678 Querungen an zwei Zebrastreifen zum Markplatz hin. "Das sind pro Querung ein bis zwei Personen pro Minute", erklärte Stadtsprecher Harald Schlimgen.

"Trotz der Belebung des Platzes ist es nicht zu vermehrten Gefahrensituationen gekommen", erläutert Gaspers. Die Polizei spricht im Zeitraum 2009 bis Mai 2011 von insgesamt elf Unfällen — meist gab es Sachschäden. Laut Straßenverkehrsordnung sind Geschwindigkeitsbegrenzungen nur dort anzuordnen, wo sie zwingend erforderlich sind. Daher hat der städtische Bauhof die Tempo-10-Schilder abmontiert und durch Tempo 30-Schilder ersetzt. "Die Fußgängerüberwege und die übrige Verkehrsführung bleiben wie sie waren", so die Ordnungsdezernentin.

Am Stürzelberger Dorfplatz gilt die Begrenzung weiterhin. Und wie sieht es in den Nachbarkommunen aus? In Grevenbroich weiß Stadtsprecher Andreas Sterken von zwei Tempo-10-Bereichen zu berichten: Am Alten Schloss im Zentrum und in einem Neukirchener Wohngebiet. In Meerbusch gibt es im Osterather Ortskern eine "Tempo 20"-Zone auf einem Teil der Meerbuscher Straße. Und was sagen Verkehrsexperten? "Tempo 10-Zonen sind absolute Ausnahmen — und müssen es auch bleiben", heißt es beim ADAC. "Auf Verkehrsstraßen ist das Unfug", meint Ronald Winkler, Experte für Stadtverkehr. "Ein Tacho zeigt normalerweise erst ab Tempo 15 Bewegung." Tempo-10- oder 20-Schilder schafften bestenfalls Scheinsicherheit — gefahren werde eh mindestens 30. "Wenn man den Verkehr verlangsamen will, muss man ihn so beruhigen, dass nicht mehr schneller gefahren werden kann", so Winkler.

(NGZ)