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Dormagen: Teilnehmer werden mit Weide kreativ

Dormagen : Teilnehmer werden mit Weide kreativ

Beim Weidenflecht-Workshop im Kreismuseum Zons wurden verschiedene Techniken vermittelt.

Das Korbflechthandwerk hat in Zons eine lange Tradition. "Um 1920 hatten wir drei Korbmacherbetriebe in Zons. Der letzte dieser drei bestand noch bis Mitte der 1960er Jahre. Damals wurden Industriekörbe geflochten, in denen die Bayer AG ihre Glasflaschen mit den Chemikalien sicher lagern konnte", sagt der ehrenamtliche Heimatforscher Hermann Kienle.

Auch wenn die industrielle Sparte des Flechthandwerks Zons verlassen hat, besteht die Tradition dieses Handwerks noch bis heute. Im Kreismuseum Zons konnten sich Interessierte vergangenes Wochenende in einem Workshop über das Weidenflechten Kniffe, Tipps und Tricks einholen und nach dem Erlernen der Grundtechniken selbst Hand anlegen. Kursleiterin Kerstin Eikmeier gab als ausgebildete Flechtwerkgestalterin ihr Wissen an die Teilnehmer weiter und ließ sie zunächst mit einfacheren Kreationen wie einer Schale beginnen. "Es ist ein Spiel mit dem Material und man kann mit den Weiden sehr kreativ sein", sagt Eikmeier. So konnten die Teilnehmer unter verschiedenfarbigen Arten von Weidenästen wählen und ihre Kreationen abwechslungsreicher gestalten. Nachdem die Grundtechniken im Workshop eingeübt und die Schalen fertiggestellt waren, gab es für die Teilnehmer auch nach dem Kurs noch reichlich neue Formen zu entdecken. Eine der anspruchsvollsten Gegenstände aus Weiden sind echige Wäschetruhen. Auch Körbe erfordern eine spezielle Technik, bei der zunächst der Boden mit zwei ineinander verflochtenen Weidenästen fertiggestellt wird und dorthinein dann hochkant weitere Äste gesteckt werden, die das Gerüst für die Seitenwände bilden.

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Wer selbst einmal mit dem Weidenflechten starten will, der sollte die Äste in der Natur nur mit Erlaubnis von Bäumen schneiden, beim Materialfachhändler bestellen oder schlicht selbst anbauen. "Geerntet" werden die Weiden im Winter, wenn sie keine Blätter mehr haben. Nicht zu vergessen ist das Einweichen (etwa ein bis zwei Wochen) trockener Weiden, um sie biegsamer zu machen.

"Ich habe den Kurs bereits im vergangenen Jahr besucht. Wenn man erst einmal die Grundtechniken gelernt hat und es einem liegt, hat man unendlich viel Lust weiterzumachen", sagt Teilnehmerin Mechthild Keutmann aus Nievenheim. In der Zeit zwischen ihrer ersten und zweiten Teilnahme am Workshop hat sie schon das ein oder andere zu Hause geflochten. "Ich habe kleine Körbchen, aber auch gröbere Sachen wie ein Rankgerüst für meine Pflanzen, das jetzt in meinem Garten steht, fertiggestellt. Einige Kreationen habe ich auch schon verschenkt." Inspiration holt sich die Nievenheimerin bei Besuchen auf Handwerks- oder Weihnachtsmärkten. "Wenn man selbst flechtet, kann man den Aufwand, aber auch die Preise, besser nachvollziehen", sagt sie.

(NGZ)