Technische Betriebe Dormagen prüfen Spielplätze

Spielplatztest: Kontrollen, damit Kinder sicher spielen

In regelmäßigen Abständen kontrollieren Mitarbeiter der Technischen Betriebe Dormagen die insgesamt 96 Dormagener Spielplätze, um diese auf Mängel zu testen.

Damit Eltern ihre Kinder beruhigt auf einem öffentlichen Spielplatz spielen lassen können, ist Sicherheit das oberste Gebot. Und genau dafür sind sie im Einsatz: die Technischen Betriebe Dormagen (TBD). Mit regelmäßigen Kontrollen sorgt das achtköpfige Team um Florian Ossendorf dafür, dass die Spielgeräte auf den 96 städtischen Spielplätzen in Dormagen stets verkehrssicher sind. Auch für die Pflege der Grünflächen sowie für die Müllentsorgung sind die TBD zuständig. 27 weitere Mitarbeiter kümmern sich u.a. um die Spielgerüst-Kontrolle an den Schulen.

Auf dem Spielplatz an der Dietrich-Bonhoeffer-Straße in Delhoven wird nun die wöchentliche Sichtkontrolle unternommen, die große Hauptuntersuchung erfolgte erst vor einem Monat. Da der Spielplatz mit seinen drei Jahren noch relativ neu ist, ist die Kontrolle schnell abgeschlossen. „Hier ist soweit alles in Ordnung“, sagt Ossendorf zufrieden. Neben diesem werden noch 95 weitere Spielplätze in Dormagen von den TBD gepflegt und gewartet. Unter der Leitung von Bernd Lewerenz, dem Zuständigen für den Baubetriebshof der TBD, führt das Team regelmäßige Sicherheitskontrollen an Spielplätzen aus. Dass deren Instandhaltung viel Arbeit ist, zeigen die strengen, sich ständig ändernden DIN-Vorschriften.

Auch bei der Sichtkontrolle – einmal pro Woche – gibt es viel zu begutachten. „Dabei wird der Spielplatz von oben bis unten auf grobe Mängel betrachtet, um akute Verletzungen bei Kindern ausschließen zu können“, erklärt Ossendorf. Alle drei Monate wird ein Spielplatz dann der Verschleiß-Kontrolle unterzogen. Zertifizierte Mitarbeiter testen, ob alles sicher und fest ist.

Die Hauptuntersuchung stellt sich natürlich als noch längerer Prozess heraus: Einmal im Jahr wird jeder Spielplatz ganz genau unter die Lupe genommen. Dabei werden die Geräte komplett ausgebuddelt, so dass die Fundamente freigelegt sind. „Wir klopfen an den Geräten und gucken, ob Risse entstehen. Außerdem prüfen wir sie auf scharfe Kanten sowie Lack-Schäden“, sagt Ossendorf. Stets dabei ist auch ein Sortimentenkoffer mit diversen „Prüfkörpern“. Diese stellen Körperteile von Kindern dar und werden vor allem bei Neuaufbauten von Spielgeräten benötigt. So wird beispielsweise getestet, ob sich ein Kind eventuell Verletzungen zuziehen kann. „Es darf kein Kopf durch eine Öffnung passen. Ist dies aber doch der Fall, dann muss sichergestellt werden, dass der komplette Körper auch durch die Öffnung passt“, erklärt Ossendorf. Denn sonst könne sich das Kind schwer verletzten oder sogar Körperteile einquetschen oder abreißen. Dabei gibt es strenge Normen: So darf eine Geräte-Öffnung nicht zwischen 89 und 230 Millimetern betragen – genau die Maße eines Kinderkopfes.

Alle paar Jahre werden die Sicherheitsnormen von großen Geräteherstellern und dem TÜV überarbeitet. „Alle drei Jahre müssen auch unsere Mitarbeiter ihr Wissen mithilfe verschiedenster Lehrgänge auffrischen“, betont Lewerenz.

Wird einmal ein Mangel an einem Spielgerät festgestellt, soll er schnell wieder behoben werden. Akute Schäden werden sofort repariert. Ansonsten wird das Spielgerät so lange abgesperrt, bis es repariert und wieder sicher ist.

Für größere Reparaturen besitzen die TBD ihre eigene, vollausgestattete Schreinerwerkstatt plus eigener Schreinerei. „Je nach Aufwand sind die Teile dann innerhalb einer Woche fertig“, sagt Ossendorf. Da immer Originalteile eingebaut werden, kann es auch mal zu längeren Lieferzeiten kommen. „Trotzdem sollen die Geräte schnell wieder einsatzbereit sein, damit die Kinder nicht vor dem Zaun stehen“, scherzt Ossendorf. „Wenn ein Gerät nicht wieder repariert werden kann, wird es komplett ausgetauscht“, erzählt Lewerenz. Heutzutage wird viel Wert auf die Langlebigkeit der Spielgeräte gelegt, so dass die Mehrzahl aus Edelstahl besteht. Nur zehn Prozent der Reparaturen sind verschleißbedingt. Meistens sind Vandalismus und Sachbeschädigung der Hauptgrund. Oft werden Spielplätze auch von Jugendlichen und auch Erwachsenen mitbenutzt, häufig liegen Glasscherben auf dem Boden. „Diese sind eine Gefahr für spielende Kinder“, sagt Ossendorf. Da die Mehrzahl der Spielplätze so genannte Spielplatzpaten besitzen, die regelmäßig ein Auge auf den Platz werfen, bekommen die TBD schnell eine Mängelmeldung herein. Bei Vermüllung kann dann schnellstmöglich gehandelt werden.

An den Dormagenern Spielplätzen lassen sich aktuell keine gravierend schlechten Zustände feststellen, so die TBD-Tester. An der Oberstraße in Stürzelberg gibt es beispielsweise aber einen 25 Jahre alten Spielplatz, der momentan abgesperrt ist. „Die DIN-Normen haben sich einfach im Laufe der Zeit verändert. Natürlich ist auch das Holz an der einen oder anderen Stelle verwittert“, erläutert Ossendorf. Ein neuer Spielplatz sei jedoch bereits in Planung. Oft ist es für Anwohner unverständlich, warum noch funktionierende Geräte abgebaut werden. Aber es dürfen keine Geräte auf Plätzen stehen, die nicht der heutigen Norm entsprechen.