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Dormagen: Team im Raphaelshaus bekommt Rückendeckung

Dormagen : Team im Raphaelshaus bekommt Rückendeckung

In der Diskussion um Schwierigkeiten im Jugendhilfezentrum Raphaelshaus stellt sich Wolfgang Köhler, Vorsitzender der Mitarbeitervertretung, vor die 220 Kollegen. "Die Fachkräfte des Raphaelshauses arbeiten engagiert, fleißig und professionell in einem äußerst schwierigen Auftrag", sagt er.

Auch in Zukunft werde dies nie ohne Schwierigkeiten, Probleme oder Krisen gehen. Eine Aussage "Nie mehr ein Problemfall" im Raphaelshaus wäre genauso waghalsig wie "Nie mehr eine Havarie" auf dem Rhein oder "Nie mehr ein Störfall" in der Industrie. "Unsere Mitarbeiter arbeiten motiviert daran, solch kritische Situationen nach menschenmöglichem Ermessen zu verhindern. Wir haben es mit Menschen zu tun", sagt Köhler.

Drei ehemalige Teilnehmer der Otmar-Alt-Gruppe standen jetzt vor Gericht, weil sie vor mehr als zwei Jahren einvernehmlichen Sex mit damals unter 14-Jährigen hatten, was gegen geltendes Recht verstieß (die NGZ berichtete). Der Vorsitzende der Mitarbeitervertretung betont: "Der eigentliche Skandal ist nicht die Tatsache, dass es im Raphaelshaus Schwierigkeiten und Probleme geben kann, sondern die prekäre Lebenssituation, die Kinder, Jugendliche und Familien immer mehr auf die Hilfe des Raphaelshauses angewiesen sein lassen."

Die Leitung beteilige die Mitarbeitervertretung an allen konzeptionellen Entwicklungen und an den Überprüfungen, sagt Köhler: "Aus Fehlern, die in jeder menschlichen Organisation auftreten können, lernen wir, um heute ein wenig besser zu sein als gestern und morgen besser als heute."

Die Kollegen fühlen sich von vielen Menschen und Organisationen in Dormagen getragen, meint Köhler: "Wir wollen auch in Zukunft dafür sorgen, dass es zwischen dem Raphaelshaus und Dormagen ein kontinuierliches Geben und Nehmen gibt und wir ein gutes Stück Dormagen repräsentieren."

(cw-)