Dormagen: TDI-Anlage ist bereits im Bau

Dormagen : TDI-Anlage ist bereits im Bau

Noch wartet die Bayer-Kunststoffsparte auf die Genehmigung der Bezirksregierung für die geplante TDI-Anlage. Im Bau befindet sich die Produktionsstätte bereits. Ein Vorprodukt für Weichschäume soll dort hergestellt werden.

Einen neuen Meilenstein erreicht die Produktion der Bayer-Kunststoffsparte MaterialScience (BMS) am Standort Dormagen: Dort hat das Unternehmen jetzt die zweimillionste Tonne der Chemikalie Toluylen-Diisocyanat (TDI), eines Vorprodukts für Polyurethan-Weichschäume, hergestellt. Seit der Betrieb im Jahr 1964 die erste Tonne produzierte, hat Bayer die Kapazität der TDI-Anlage stufenweise erhöht: Mit einer Menge von 24 000 Jahrestonnen nahm die Produktion ihre Arbeit auf. Heute sind 75 000 Tonnen möglich.

75 000 Tonnen TDI pro Tag

Geht es nach BMS, sollen es ab dem Frühjahr 2014 deutlich mehr werden. Noch wartet das Unternehmen indes auf die Genehmigung der Bezirksregierung Köln für die geplante TDI-Großanlage. Derzeit werden im Chempark bereits mehrere kleine Gebäude sowie das Hauptgebäude für die Produktionsanlage errichtet. "Mit den Bauarbeiten für das TDI-Hauptgebäude ist Ende März begonnen worden", so BMS-Sprecher Jochen Klüner.

Mittlerweile sei die Bodenplatte weitgehend fertiggestellt und eines von drei Treppenhäusern in Fertigteilbauweise errichtet worden. In Kürze werde mit der Errichtung des TDI-Produkttanks begonnen, der Tank soll in ca. einem Jahr in Betrieb genommen werden. "Auf der Baustelle sind mehrere Baufirmen tätig, derzeit mit einer in etwa zweistelligen Zahl an Mitarbeitern", so Klüner. Diese Zahl werde mit der Zeit deutlich ansteigen — auf mehr als 200 Mitarbeiter.

Mit der Großanlage wäre der Weg bis zur dritten Million Tonnen TDI rechnerisch nur noch wenige Jahre entfernt: Sie verfügt über eine Kapazität von 300 000 Jahrestonnen. Die Bezirksregierung in Köln hatte im Februar die Zulassung für den vorzeitigen Baubeginn erteilt. Im Sommer 2012 werde der endgültige Genehmigungsbescheid erwartet.

Bei der Bezirksregierung Köln gibt man sich indes bedeckt. Mit einem Ergebnis für das Genehmigungsverfahren sei in der zweiten Hälfte des Jahres zu rechnen, so ein Sprecher. Zunächst hatten die Beteiligten mit einer Entscheidung bereits im Frühjahr gerechnet.

Prinzipiell, so BMS, dürfe aber auch auf Basis der bisherigen Genehmigung die Anlage komplett errichtet werden.

Erfahrung hat das Unternehmen bereits gesammelt: Seit 2004 befindet sich am Standort eine kleinere Pilot-Anlage; Im chinesischen Caojing ist im Jahr 2011 zum ersten Mal eine Großanlage, die ebenfalls die so genannten Gasphasen-Technologie (GPP) nutzt, an den Start gegangen. "Wir haben in den vergangenen zwei Jahren 15 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt und bereiten uns schon heute auf den Betrieb der Neuanlage vor, speziell auch auf die GPP-Technologie", so Klaus Jaeger, Leiter des Standortverbunds NRW.

(NGZ/rl)