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Dormagen: Tannenbusch bleibt offiziell rodelfreie Zone

Dormagen : Tannenbusch bleibt offiziell rodelfreie Zone

Rodeln ist ein Wintervergnügen, das vor allem Kinder begeistert. Zurzeit existiert jedoch kein offiziell ausgewiesener Rodelhügel in Dormagen. Der altbekannte Rodelberg im Tannenbusch darf seit November 2011, nach einem Gutachten der Kommunalversicherung, aus Versicherungsgründen nicht mehr genutzt werden. Seither kämpft der Förderverein Jugend- und Sozialarbeit (FJS) Straberg für eine Versetzung der Spielgeräte des Generationenspielplatzes, um das Rodeln im Tannenbusch wieder zu ermöglichen.

Dieser Vorschlag hat keine Aussicht auf Erfolg, wie am Montag Wiljo Wimmer, Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtmarketing- und Verkehrsgesellschaft Dormagen (SVGD), die den Tannenbusch betreibt, nochmals erklärte: "Der Generationenspielplatz wird das ganze Jahr von den Besuchern sehr gut angenommen, da ist es unrealistisch, auf einen Rückbau der Geräte zu hoffen."

Die SVGD habe in der Aufsichtsratssitzung Anfang Dezember einen Kompromissvorschlag erarbeitet, nach dem das Rodeln im Tannenbusch zum Teil wieder erlaubt werden könnte: "Da geht es um ein Modell wie beim Nachtsport in Dormagen, bei dem Veranstaltungen vereinsübergreifend unter Federführung des Kinder- und Jugendbüros der Stadt angeboten werden", erläutert Wimmer. Dazu würde die SVGD die Fläche gegenüber dem Waldgasthaus als Rodelberg zur Verfügung stellen. Dort würde dann auch mit Strohballen ein Schutz vor dem Aufprall an den Bäumen angebracht werden. Wie Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann dem FJS mitgeteilt hatte, würde das städtische Jugendbüro die Planung für konkrete Rodelveranstaltungen übernehmen, der FJS würde dann Aufsicht und Versicherungspflicht übernehmen. Dieses Vorschlag der SVGD hatte Jürgen Brockmeyer vom FJS am Sonntag gegenüber der NGZ rigoros abgelehnt: "Das SVGD-Konzept ist wirklichkeitsfremd, undurchführbar und zum Scheitern verurteilt." Schneefall sei nicht planbar, die angebotene Fläche sei mangels Größe und Hangschräge zum Rodeln völlig ungeeignet und ein kleiner Jugendverein finanziell und personell überhaupt nicht in der Lage, solche "geschlossenen" Events mit Veranstalterhaftung zu stemmen. Der FJS ist "stinksauer und enttäuscht".

Wegen der stabilen Wettervorhersagen sei es jedoch durchaus möglich, solche Rodelevents kurzfristig vorzubereiten, wie Wiljo Wimmer betont. Das könnte auch an mehreren Tagen hintereinander sein. Das Angebot an den FJS Straberg stehe zwar noch, gelte aber nicht ausschließlich, weist Wiljo Wimmer auf eine Alternative hin: "Wenn der FJS den Vorschlag ablehnt, könnten andere Vereine die Aufsicht und Veranstalterhaftung übernehmen." Da liegt es nahe, dass sich Delhovener Vereine zusammenschließen, um das Rodeln zu ermöglichen.

(NGZ/ac)