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Dormagen: Tankwartoriginal geht in Rente

Dormagen : Tankwartoriginal geht in Rente

Mehr als 35 Jahre hat Theo van Vlodrop die Esso-Tankstelle an der Florastraße geführt. Jetzt geht der Mönchengladbacher in den Ruhestand. Er blickt zurück auf ein bewegtes Berufsleben.

Theo van Vlodrop würde wohl jeder, der ihm begegnet ist, als "Original" bezeichnen. Er ist ein Tankwart alten Schlags. Der 66-Jährige hat 35 Jahre die Esso-Tankstelle an der Florastraße geführt. Jetzt geht er in Rente. Er schaut zurück auf ein Berufsleben im stetigen Wandel der Zeit. Wer die Station weiterführen wird, steht noch nicht ganz fest. Die Verhandlungen laufen noch.

1975 übernahm van Vlodrop die Tankstelle von seiner Schwester. Die hatte die Station 1963 neu eröffnet, suchte dann jedoch einen Nachfolger, als ihr Mann erkrankte. Van Vlodrop betrieb damals bereits eine kleine Tankstelle in Mönchengladbach und sagte zu. Seitdem ist er in Dormagen geblieben. Obwohl es ihn privat nie dorthin gezogen hat — bis heute lebt er in Mönchengladbach —, hat er sich an der Florastraße immer wohl gefühlt. "Das waren schon schöne Zeiten", sagt er rückblickend.

Einiges hat sich jedoch im Laufe der Jahre verändert, hat van Vlodrop festgestellt: die Tankstelle, die Autos sowie auch die Kundschaft. "Die heutige Generation nimmt es nicht mehr so genau mit der Pflege ihres Fahrzeugs", hat der Tankwart zum Beispiel beobachtet. Das Auto scheint keinen so großen Stellenwert mehr zu haben wie früher.

Die meisten Autofahrer, die hier vorbeikommen, sind Stammkunden. PKW und Lieferwagen können betankt werden. Die großen Lkw halten hier nicht, dafür ist die Station zu klein. Seit der Betrieb 1986 auf Selbstbedienung umgestellt wurde, ist der Kundenkontakt allerdings nicht mehr so intensiv wie früher. "Scheiben putzen, Öl, Wasser, Luft — das gehörte zum Service", erinnert sich Theo van Vlodrop ein wenig wehmütig. Wäre es damals nach ihm gegangen, hätte er es dabei belassen. "Das war eine Entscheidung von Esso", erklärt er.

Bis vor einigen Jahren gab es auch einen kleinen Werkstattbetrieb neben dem Laden. Kleinere Reparaturen, Reifen- oder Ölwechsel waren hier im Angebot. Doch auch das lohnte sich wirtschaftlich im Laufe der Zeit immer weniger.

Jetzt gibt es nur noch eine Waschanlage. Dafür ist der Laden im Rahmen des Umbaus 1986 vergrößert worden. Wo früher nur die Kasse war, gibt es jetzt Getränke, Süßigkeiten und Dinge des täglichen Bedarfs: "Verhungern muss hier niemand", so van Vlodrop.

Das einzige, was der Tankwart garantiert nicht vermissen wird, ist die Büroarbeit. Monatliche Abrechnung, Verwaltung und "Papierkram": "Das war für mich immer eine lästige Pflicht", sagt er und lacht. In seinem Ruhestand will er mehr Zeit in Haus und Garten sowie mit seinen vier Enkeln verbringen. Langeweile kennt er ohnehin nicht. "Ich werde meine Freizeit voll nutzen", ist er sicher.

(NGZ)