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Dormagen: "Tafel"-Team kümmert sich um Kleiderstube

Dormagen : "Tafel"-Team kümmert sich um Kleiderstube

Soledad Obregon koordiniert im Bürgerhaus Hackenbroich die günstige Abgabe von guter Kleidung an die, die wenig Geld haben.

Mit zwei Neuerungen werden die Kunden der Kleiderstube in Hackenbroich zu Jahresbeginn konfrontiert: Geöffnet ist ab sofort montags von 15 bis 18 Uhr statt wie bisher vormittags. Und auch die Gesichter haben sich geändert. Ein Kreis von Frauen um Soledad Obregon, alle bei der Dormagener Tafel engagiert, übernimmt die Kleiderausgabe im Keller des Bürgerhauses an der Salm-Reifferscheidt-Allee.

"Die bisher aktiven Damen hören aus Alters- und Gesundheitsgründen auf, wir springen ein, damit die Einrichtung hier nicht stirbt", erklärt Obregon den Wechsel, betont aber, dass Hackenbroich keine Außenstelle der Tafel ist: "Die Tafel darf nur an Bedürftige abgeben, die Kleiderstube in Hackenbroich dagegen steht allen Bürgern offen." "Soli" Obregon, wie sie gemeinhin genannt wird, koordiniert das derzeit noch kleine Team aus Claudia Manousek, Regina Mischnick, Marlene Karrenberger und Christiane Komorowski. Sie bringt zwölf Jahre Erfahrung von der Dormagener Tafel mit, wo sie ebenfalls die Kleiderkammer betreut. Die 45-Jährige hat sich neben der Fürsorge für Sohn Alessandro (7) ganz dem guten Zweck verschrieben, ist fünf Tage die Woche für Gotteslohn im Einsatz. Kein Wunder, dass Jutta Warstat, Koordinatorin für Bürgerschaftliches Engagement im Rathaus, sofort an "Soli" dachte, als es um die Zukunft der Kleiderstube ging. Hübsch, schlank und schick gestylt, so würde sich Soledad Obregon in jedem Bekleidungsgeschäft als Kundenberaterin gut machen. Was macht die Arbeit in der Kleiderkammer für sie besonders? Die 45-Jährige zögert einen Moment, sagt dann: "Wir lernen hier die Menschen und ihre Geschichten kennen, und manchmal fangen wir sie auch auf." Jene, die sich für kleines Geld im Fundus der Kleiderstube bedienen, sollen sich nicht als Bürger zweiter Klasse fühlen, auch mal ein Marken-Teil kaufen können.

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Hosen, Jacken, Schuhe, die im kleinen Kellerraum und im Flur davor übersichtlich und einladend dargeboten werden, sind ordentlich aufgebügelt und sortiert. Hochwertiges ist dabei. Geschirr, Töpfe, Küchenmaschinen stapeln sich im Eckregal, unter einem anderen lugen Karnevalsperücken hervor. "Der Zustrom hier war immer gut", erinnert sich Christiane Komorowski, die die Kleiderstube im Bürgerhaus 30 Jahre lang führte, "und den Erlös aus unserem Verkauf haben wir stets gespendet, an das Tierheim, das Hospiz oder wo es gerade Not tat". Was jetzt in der Kasse bleibt - im Schnitt 40 Euro jeden Montag, denn alles wird sehr günstig verkauft - fließt komplett an die Dormagener Tafel. Der gemeinnützige Verein will ein eigenes Haus bauen. Zusätzliche Ausgaben kommen für Tafel-Chefin Claudia Manousek deshalb nicht in Frage. Aktuell stellt die Stadtverwaltung den Raum für die Kleiderstube kostenfrei zur Verfügung. In Rede stehe jedoch ein monatlicher Obolus, mit dem sich die Tafel an den Betriebskosten für das Bürgerhaus beteiligen soll. "Wenn es dazu kommt, werden wir unser Engagement hier beenden", betont Manousek.

(NGZ)