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Dormagen: Tabletten individuell portioniert

Dormagen : Tabletten individuell portioniert

Viele Patienten müssen bis zu zehn Tabletten am Tag einnehmen. Bisher sortieren in der Regel Angehörige, Pflegepersonal oder die Patienten selbst die Pillen. Apotheken bieten jetzt neuen Service: die Verblisterung.

Tabletten gegen Kopfschmerzen, gegen Gicht, gegen Arthrose. Patienten müssen oft viele verschiedene Tabletten einnehmen. Dass diese richtig sortiert und eingenommen werden, ist wichtig. Bisher haben diese Arbeit Pfleger Angehörige oder Patienten übernommen. Was viele nicht wissen: Auch die Sonnen-Apotheke und die Pfeiffer-Apotheke in Dormagen bieten diese Leistung an.

Automatische Verpackung

Die Apotheken geben den Auftrag für die Sortierung der Tabletten an ein Blisterzentrum weiter. Die Bestellungen werden überprüft, die Tabletten automatisch abgepackt und dann an die Apotheken zurückgesandt. Dort können sie abgeholt oder weiter verschickt werden. Die sogenannte Verblisterung, also das Sortieren in durchsichtige Kunststofftütchen, übernehmen zwei Maschinen in dem Unternehmen an der Virchowstraße. 7000 Tabletten werden dort in der Woche sortiert. Darauf kommt ein kleiner Zettel mit dem Namen des Patienten, die Uhrzeit für die Einnahme, das Datum, die Nummer der jeweiligen Apotheke sowie Fotos der enthaltenen Tabletten. Für jede Einnahmezeit gibt es eine Tüte.

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Geschäftsführer des Blisterzentrums ist Claus Pfeiffer. Er hat das Unternehmen mit neun Kollegen gegründet. Mittlerweile beliefern sie bundesweit über 1750 Patienten. "Verblisterung ist in den skandinavischen Länder, Holland und Japan seit Jahren gängige Praxis", erklärt Pfeiffer. Seit rund fünf Jahren bieten immer mehr deutsche Apotheken diese Leistung an. Vorteil der maschinellen Sortierung ist die Sicherheit des Verfahrens.

Auch für die Pflegedienste und Altenheime ist das Angebot eine große Entlastung. "Wenn wir die Tabletten nicht mehr selbst sortieren müssen, sparen wir viel Zeit", sagt Sylke Korzin, Leiterin des Seniorenheim Alloheim. Das nutzt das Angebot des Blisterzentrums seit drei Jahren. "Früher haben wir die Tabletten manuell verpackt. Für jeden Patienten einzeln. Das war sehr aufwendig", sagt Korzin.

Auch die Diakonie Pflegestation nutzt das Angebot der Apotheken. "Das maschinelle Sortieren ist hygienischer, einfacher und sicherer", erklärt Sandra Effertz, Pflegedienstleiterin der Station. "Wenn die Medikamente der Pflegepatienten neu eingestellt werden, kann man die neuen Blister innerhalb eines Tages nachbestellen", erklärt sie. "Früher haben wir für jeden Patienten rund zwölf Minuten sortieren müssen". Heute bringt der Pflegedienst die Tabletten nur noch und überprüft, ob diese ordnungsgemäß eingenommen werden. Damit bleibt auch mehr Zeit für die Patienten.

(NGZ/rl)